[Alt-Text]

Gesundheit Es werde Licht

Wir vermissen die Sonne. Bis sie sich wieder öfter zeigt, helfen wir unserem strahlenden Glück selbst nach: mit Lichtduschen. Sie machen uns fit, wach – und vertreiben sogar den Winterblues.
Frau öffnet Vorhang und es scheint Licht
Wenn es jemanden gab, der die Zeile „Ich will keine Winter mehr“ aus dem Song „Am seidenen Faden“ von Tim Bendzko nachfühlen konnte, dann Petra Blum. Jedes Jahr wiederholte sich das gleiche Spiel: Die Tage wurden kürzer, die Nächte länger – und Petra Blum missmutiger. Morgens kam die 45-Jährige nur mühsam aus dem Bett, dauergerädert schleppte sie sich durch den Tag. „Am liebsten hätte ich mich eingerollt und geschlafen“,
erzählt die PR-Beraterin. „Seit der Pubertät hatte ich diese Probleme: Kaum nahte der Herbst, fiel ich in ein bleihimmelschwarzes Loch. Mir fehlte total der Antrieb, Abendtermine waren extrem anstrengend – was in meiner Job-Branche natürlich ziemlich unpassend ist. Mein Spitzname ,Sonnenschein‘ stand plötzlich im Schatten.“
 
Blums Kampf gegen den Winterblues fiel ihren Kollegen auf, die sie sonst als fröhliche „Power-Frau“ kannten. Aber sie brachten ihr Erleuchtung – im wahrsten Wortsinn: „Das Team schenkte mir eine Lichtdusche, die ich täglich eine halbe Stunde im Büro anschaltete“, erinnert sich Blum. „Anfangs kam mir das Licht ziemlich grell vor, aber nach zwei Minuten gewöhnte ich mich dran. Und es funktionierte: Nach wenigen Tagen war
ich fitter, wacher. Der Nebeneffekt: Ich fühle mich dem Ganzen nicht mehr so hilflos ausgeliefert. Das ist ja schon die halbe Miete.“ 
 
Eine Lampe als gesunder Glücksbringer? Um das zu verstehen, lohnt ein kleiner Ausflug in die Biologie: 2001 konnten Neurowissenschaftler der Brown-Universität in Providence (USA) zeigen, dass es neben Stäbchen und Zapfen eine dritte Gruppe von Sinneszellen im Auge gibt, sogenannte Ganglienzellen. Zum Sehen benötigen wir diese zwar nicht.Dochsiereagierenvorallemaufblau- es Licht und sind direkt mit der inneren
Uhr gekoppelt, die sämtliche rhythmischen Vorgänge im Körper steuert. Wenn diese Uhr nicht mehr richtig tickt, geht es uns nicht mehr so gut – wir können sogar erkranken. 

 

Schlagworte:
Autor:
Bernd Neumann