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Schwitzen Heute schon geschwitzt?

Keiner will es, jeder tut es – mal weniger, mal mehr. 10 Fragen und Antworten rund um eine lästige, aber sinnvolle Laune der Natur.

Frau schwitzt

Was und wie viel schwitzen wir eigentlich?
Schweiß besteht zu 99 Prozent aus Wasser und zu knapp einem Prozent aus Natriumchlorid (Kochsalz). Kalium, Magnesium und Phosphat sind nur in Spuren enthalten. Gesunde Menschen verdunsten bei geringer Belastung mindestens einen halben Liter in 24 Stunden, ein Marathonläufer bringt es auf 10 Liter an einem heißen Tag. Dr. Michaela Axt-Gadermann, Professorin für Gesundheitsförderung und Prävention an der Hochschule Coburg: „Dabei ist der Körper schlau und haushaltet: Je mehr wir schwitzen, desto weniger Natrium ist im Schweiß enthalten.“

Wer schwitzt, muss viel trinken – nur was?
Für den durchschnittlichen Freizeitsport, der nicht länger als eine Stunde dauert, reicht Leitungswasser vollkommen aus. Nach einer längeren Wanderung hingegen sollte es schon eine Apfel- oder Rhabarberschorle sein. Durch die Schorlen sinkt der Blutzuckerspiegel nicht zu stark ab, sie verhindern Erschöpfungskopfschmerzen und Muskelkrämpfe. Das Mineralwasser darin gleicht den Salzverlust aus. Isotonische Getränke sind nur notwendig für Hochleistungssportler, sie schaden jedoch auch anderen nicht. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Um beim Sport leistungsfähig zu sein, ist es vor allem wichtig, vorher gut zu trinken. Dauern die Übungen länger als eine Stunde, unbedingt zwischendurch trinken.“

Macht Schwitzen schön?
Ja! Der Schweiß löst lockere, verhornte Hautzellen ab, der Teint wirkt nicht mehr grau und fahl, sondern rosig. Die Hitze, die beim Sport entsteht, tut ihr Übriges, denn gut durchblutete Haut sieht frisch und jung aus. Dass dieser Effekt nur ein bis zwei Tage anhält, macht nichts – im Gegenteil. Denn so verrät der Blick in den Spiegel, dass es wieder Zeit ist, in die Sport- schuhe zu steigen. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Aufpassen müssen Sie lediglich, wenn Couperose, also bläulich-rote Äderchen, die im Gesicht durch die Haut schimmern, oder Be- senreiser an den Beinen ein Problem für Sie sind. Dann bitte nur moderat sporteln, zu viel Hitze verschlimmert die Beschwerden.“

Ist Sport nur effektiv, wenn wir schwitzen?
Muskelaufbau und Körperstraffung funktionieren auch sehr gut ohne Schwitzen. Das beste Beispiel ist Pilates. Wird allerdings das Herz- Kreislauf-System trainiert wie beim Joggen oder Tanzen, transpirieren die meisten. Wie viel jemand schwitzt, ist genetisch und durch die Beschaffenheit der Haut bedingt. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Menschen mit trockener Haut, besonders wenn sie zu Neurodermitis neigen, haben weniger aktive Schweißdrüsen, während Menschen mit fettender, großporiger Haut stark schwitzen.“

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