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Medizin Herzerkrankungen bei Frauen

Frauenherzen sind immer mehr in Gefahr. Drei neue Fakten, die Sie kennen sollten.

Eine reine Männersache sind Herzkrankheiten schon längst nicht mehr: Mittlerweile sterben weitaus mehr Frauen an ihnen als Männer. Und die weiblichen Opfer werden immer jünger. Viele von ihnen sind nicht einmal 50 Jahre alt. Höchste Zeit, mal einen Blick auf die Gründe zu werfen. VITAL befragte dazu die renommierte Expertin Prof. Verena Stangl, Kardiologin an der Berliner Charité. Hier ihre Erklärungen. 

WIE SIE IHR HERZ STÄRKEN

- Rauchstopp: Bereits nach einem Jahr Nikotinverzicht wird das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen halbiert.
- Regelmäßiger Sport: Empfohlen wird 5-mal die Woche 30 Minuten Ausdauertraining. Das baut auch Stress ab.
- Fisch auf den Tisch: Mindestens 2-mal pro Woche Hering, Sardinen, Lachs oder Forelle essen.
- Auch in den sekundären Pflanzenstoffen von Weißdorn-Extrakt steckt eine große Portion gesunde Herzpower. Stärken Sie Ihren Lebensmotor z. B. mit „Crataegutt“ (Apotheke). 



Lebensstil ist entscheidend 
Eigentlich schützen uns Östrogene vor einem Herzinfarkt. Mittlerweile erleiden ihn aber immer mehr Frauen bereits vor der Menopause. Grund für diesen Anstieg sind Lebensstil-Veränderungen in den letzten 20 bis 30 Jahren. „Erhöhter Stress durch die Doppelbelastung in Beruf und Familie gibt es in Westdeutschland schließlich noch nicht so lange“, bestätigt Prof. Stangl. „Zudem greifen immer mehr Frauen zum Glimmstängel. In Kombination mit der Pille ist Rauchen einer der größten Beschleunigungsfaktoren für einen Herzinfarkt. Auch Übergewicht durch falsche Ernährung oder einen zu langsamen Stoffwechsel kann die Ursache sein.“ 

Achten Sie auf Müdigkeit
 
Auch wenn mehr Männer in Deutschland einen Herzinfarkt bekommen – für Frauen endet er weitaus häufiger tödlich. So starben im Jahr 2007 in Deutschland 208 211 Frauen und „nur“ 150 472 Männer daran. Die Gründe: „Obwohl Männer ab 50 und Frauen nach der Menopause ein gleich hohes Infarkt-Risiko haben, rechnen Frauen nicht damit, an einem Herzinfarkt zu sterben“, sagt Prof. Stangl. „Deshalb reagieren sie auf erste Anzeichen meist zu spät.“ Und Frauenherzen zeigen oft andere und vieldeutigere Symptome als die von Männern: z. B. Müdigkeit, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, Verdauungsstörungen. Diese Anzeichen machen es selbst Ärzten schwer, sie als Infarkt- Begleiter zu entlarven. Stangl: „So kommt die lebensrettende Therapie oft zu spät.“ 

Blutdruck checken bei familiärem Risiko

Das Risiko, ein krankes Herz zu bekommen, ist bei Frauen mit Diabetes viermal höher als bei gesunden. Bei Männern mit Zuckerkrankheit steigt diese Gefahr nur auf das Zweifache. Die Gründe dafür werden noch erforscht. Diabetes ist aber nur einer von mehreren Risikofaktoren. Sind beide Eltern am Herz erkrankt, kann es Sie unabhängig von Cholesterin- und anderen Blutfettwerten auch treffen. „Wer nicht raucht, sich gesund ernährt und regelmäßig bewegt, sollte trotzdem immer wieder mal den Blutdruck überprüfen lassen“, rät Verena Stangl. Steigt der plötzlich an, unbedingt zum Arzt gehen.   

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Corinna Lücke