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Gesund Leben Geheime Gesundmacher

Es existiert tatsächlich: das Rezept für ein langes Leben. Und die Zutaten dafür? Vital stellt Ihnen die zehn besten Gesundmacher vor und erklärt, wie sie jeder für sich optimal nutzen kann.  

Lachende Frau

Nur so viel vorweg: Es hat vor allem mit Freude und Genießen zu tun – und absolut gar nichts mit Verzicht. Neugierig geworden? Prima. Das ist bereits ein wichtiger Bestandteil. Die weiteren: der Wohnort, das Wetter, Ihre Kinder oder Ihre Freunde. Zahlreiche aktuelle Studien belegen das. Von diesen häufig unbekannten Gesundmachern lässt sich viel einfacher profitieren, als Sie glauben. 

 

Herbstwald
Nr. 1 Natur

Das sagt die Forschung: Ein Wald, ein Park, ein begrünter Spielplatz: Wer solche Nachbarn hat, leidet seltener unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und lebt länger. Auf dieses Natur-Geheimnis stieß der Mediziner Dr. Richard Mitchell von der Universität Glasgow, als er 360 000 Todesfälle in England daraufhin untersuchte, wie nahe der Wohnort der Verstorbenen zur nächsten Grünfläche lag.
Auch Angststörungen und Depressionen treten bei Wald-und-Wiesen-Anrainern um bis zu 30 Prozent seltener auf, fanden holländische Epidemiologen heraus. Ganz offensichtlich, so die Forscher, wirkt die Nähe zur Natur als Stresskiller erster Güte. Eine tiefer gehende Erklärung liefern Evolutionsexperten. Demnach wirken Baumgrün und Blütenfülle beruhigend, weil sie vom Steinzeit-Unterbewusstsein als Signal für eine reiche Ernte gedeutet werden.

Das können Sie selbst tun: Nutzen Sie gerade als Stadtbewohnerin die Natur-Medizin, wo immer möglich. Etwa fürs samstägliche Joggen entlang der Flussauen, Picknicks im Stadtpark oder Wanderungen im Wald. Laut dem Soziologen Dr.Rainer Brämer von der Universität Marburg wirkt gerade die Kombination aus Naturkontakt und Bewegung wie eine Breitbandtherapie gegen Zivilisationskrankheiten. Auch das Radieschenziehen im eigenen Garten erspart den Arzt, wie die holländische Psychologin Dr. Agnes van den Berg herausfand: Demnach liegt bei Schrebergärtnern die Zahl der Arztbesuche deutlich niedriger.
Den umgekehrten Weg beschreitet, wer sich das Grün ins Haus holt. Zimmerpflanzen reinigen die Raumluft von Schadstoffen, indem sie beispielsweise giftiges Formaldehyd in ihren Blättern zu Aminosäuren und Zucker umwandeln. Das sorgt bei Schülern mit frischem Grün im Klassenzimmer dafür, dass sie besser lernen. Pflanzen im Büro wirken leistungssteigernd und stressmildernd. Als besonders effektive Klimaschützer erweisen sich Birkenfeigen, Orchideen, Gerbera und Efeu.

 

Nr. 2 Wetter

Das sagt die Forschung: Kein Zweifel: Die Hoch- und Tiefdruckgebiete über unseren Köpfen beeinflussen direkt die Gesundheit. So steigt die Infarktgefahr mit jedem Grad, um das die Tagestemperatur sinkt, um zwei Prozent, belegen britische Studien. „Auch Rückenschmerzen und Atemprobleme treten bei bestimmten Witterungsbedingungen häufiger auf“, ergänzt Prof. Angela Schuh vom Institut für Gesundheits- und Rehabilitationswissenschaften an der Universität München. „Das hat in aller Regel mit Vorerkrankungen zu tun, die sich verschlimmern.“ Während andauernde Hitze- und Kälteperioden bestehende Krankheiten verstärken, setzen rasche Wetterumschwünge eher dem Kreislauf zu. Denn wenn sich die äußere Temperatur ändert, versucht der Körper, seine Betriebstemperatur konstant zu halten. Dazu stellt er seine Blutgefäße weiter oder enger. „Gelingt das nicht so gut, kommt es zu den Beschwerden“, sagt Schuh.

Das können Sie selbst tun: Die flexible Anpassung des Körpers an die Wetterkapriolen lässt sich trainieren. Gut geeignet ist Ausdauersport oder flottes Gehen, am besten zwei- bis dreimal die Woche etwa 20 bis 30 Minuten. Der Effekt lässt sich noch erhöhen, wenn man die Ärmel hochkrempelt oder dünnere Kleidung wählt. „Dann ziehen sich die äußeren Gefäße zusammen, das Blut wird verstärkt ins Körperinnere transportiert. Dabei bilden sich neue Kapillaren, die zusätzlichen Sauerstoff in den Körper transportieren“, erklärt Prof. Schuh. Selbst ein Spaziergang, bei dem kräftige Böen für eine Windmassage sorgen, trainiert bereits die Wärmeregulation.

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Autor:
Bernhard Hobelsberger