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Experten-Interview Fasten für Körper und Geist

Vera Klingbeil, ärztlich geprüfte Fastenleiterin, beantwortet uns die wichtigsten Fragen rund um die Themen Basenfasten und Fasten zur Osterzeit. Und wir klären, wie das Fasten Körper und Geist reinigen kann.

Experten-Interview zum Fasten

Vital.de: Wie oft im Jahr kann oder sollte man fasten?
Vera Klingbeil: Gut ist es, jedes Jahr ein bis zwei mal für circa eine Woche zu fasten.

Wie lange dauert eine klassische Fastenkur?
Zwischen fünf und zehn Tagen, wobei Entlastung- und Aufbautage eingerechnet werden.

Wie läuft so eine Fastenkur ab?
Eine typische Fastenwoche nach der Methode Buchinger / Lützner dauert fünf Tage. Nach einem Entlastungstag und dem "Glaubern" ernährt sich der Fastende von Obst- und Gemüsesäften, Kräutertee und Gemüsebrühe. Zusätzlich sollte man zwei bis drei Liter Wasser und Tee trinken. Daneben sind die fastenbegleitenden Maßnahmen wie zum Beispiel Leberwickel, regelmäßige Darmenentleerung, viel Bewegung an der frischen Luft und ausreichende Ruhephasen wichtig. Für Erstfaster hat es sich bewährt, in einer Gruppe zu fasten.

Die Fasten-Expertin Vera Klingbeil erklärt die Grundsätze des Fastens

Vera Klingbeil, ärztlich geprüfte Fastenleiterin der Deutschen Fastenakademie, erklärt im Interview mit Vital.de die Grundsätze des Fastens.

Sollte ein Arzt diese Zeit begleiten?
Jeder Gesunde zwischen 15-65 Jahren kann ohne ärztliche Begleitung fasten. Bestehen Zweifel, kann aber natürlich der Hausarzt hinzugezogen werden.

Welche Vorteile bringt das Fasten?
Präventives Fasten kann bei sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Gicht, Rheuma und Diabetes vorgebeugend wirken. Außerdem hilft Fasten bei erhöhtem Blutdruck, erhöhten Leberwerten, Übergewicht, bei Allergien und Hautkrankheiten, sowie zur Stressbewältigung.

Eignet es sich auch zur Gewichtsabnahme?
Die Gewichtsabnahme beim Fasten ist das zusätzliche Sahnebonbon. Die Umstellung auf neue Eß- und Lebensgewohnheiten wird erleichtert, so dass eine langfristige Gewichtsreduktion oder auch die Beibehaltung des Normalgewichtes erreicht werden kann.

Ist anschließend ein Jojo-Effekt zu erwarten?
Wenn sich der Fastende zuwenig bewegt und der Grundumsatz absinkt sowie der Kostaufbau nicht sorgfältig und bewusst durchgeführt wird und außerdem kein neuer Lebenstil praktiziert wird, kann es auch nach dem Fasten zu einem Jo-Jo-Effekt kommen.

Fasten in Berlin
Tee Genuss

Eine Woche betreutes Fasten in Berlin-Zehlendorf bietet die ärztlich geprüfte Fastenleiterin und Diakonieschwester Vera Klingbeil am Diakonischen Bildungszentrum (Van-Delden-Haus, Berlin) im Sommer und Herbst an. Der Kurs läuft vom 20. bis 26. Juli oder vom 28. September bis zum 4. Oktober 2013. Teilnahmegebühr pro Kurs 249 Euro (inkl. Seminarkosten und Fastenverpflegung). Nicht im Preis enthalten sind Übernachtungs- und Fahrtkosten. Mehr Informationen unter: www.ev-diakonieverein.de/bildungszentrum

Wie kann ich eine eventuelle Mangelversorgung an Vitaminen und Nährstoffen vermeiden?
Durch gute Frucht- und Gemüsesäfte wird der Körper ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Daneben hat jeder Mensch ausreichend Reserven, um für die Fastenzeit voll ernährt zu sein.

Gibt es unterschiedliche Arten zu fasten?
Die eigentliche Definition von Fasten lautet: „Fasten ist der bewußte, freiwillige, zeitlich begrenzte Verzicht auf feste Nahrung“. Das Fasten nach Buchinger /Lützner ist eine der anerkanntesten Formen und auch gut erforscht. Andere Fastenmethoden sind unter anderem das totale Wasser- und Teefasten und die Molke-Trinkkur.

Worauf verzichtet man klassischerweise in der österlichen Fastenzeit?
Der Wortstamm Fasten kommt aus dem altgotischen „fastan“, welches Festhalten an Regeln bedeutet. In diesem Sinne wird oftmals in religiösen Fastenzeiten auf bestimmte Nahrungsmittel wie Fleisch, Süßigkeiten oder Alkohol verzichtet.
Neuere Ansätze ermutigen dazu, auch mal den Fernseh- oder Internetkonsum zu reduzieren oder sich regelmäßig etwas Sinnvolles, beispielsweise mit dem Fahrrad zu Arbeit zufahren oder abends aufzuschreiben wofür man tagsüber dankbar wurde. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Basenfasten und dem religiösen Fasten vor Ostern?
Generell ist Fasten immer dreidimensional zu sehen. Dazu gehören die spirituell-religiöse Dimension (z.B. Öffnung für Erfahrung in diesem Bereich), die mitmenschliche-psychosoziale Dimension (z.B. Umgang mit sich und den Mitmenschen, achtsam werden) sowie die medizinisch-körperliche Dimension (z.B. Entgiftung, Gewichtsreduktion).
Basenfasten und auch die Formen des österlichen Fasten sind im engeren Sinne der eigentlichen Definition kein Fasten, sondern nur ein Verzicht. Basenfasten wird irrenführend mit dem Fastenbegriff benannt, ist aber eigentlich nur eine strenge Diätik, das für manche Menschen leichter durchzuführen erscheint. Lesen Sie hier welche Erfahrungen FÜR SIE-Redakteurin Susanne mit dem Basenfasten gemacht hat >>

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