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Der neue Gesundheits-Code

Fit bis ins hohe Alter sein. 14 Jahre länger leben. 65 Prozent aller Krankheiten vermeiden. Wer will das nicht? Die moderne Präventionsmedizin sagt dazu: kein Problem!

lachende Frau

Das große Umdenken: Geht es um Gesundheit, setzen Ärzte nicht mehr allein auf Therapien, sondern zunehmend auf Prävention. Ihr neuer Gesundheits-Code besteht deshalb aus dem Dreiklang „Vorbeugen, Vorsorgen und Verstehen“. Das bedeutet: einen gesünderen Lebensstil entwickeln, die wichtigsten Checks (siehe Tabelle zum Ausschneiden auf Seite 62) einhalten, Gesundheitswerte und Warnsignale des Körpers beachten. Denn es setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Krebs vor allem durch den modernen Lebensstil entstehen. Bei Bewegungsmuffeln etwa steigt die Gefahr von Herzleiden um das Eineinhalbfache. Erschreckend: 40 Prozent aller Deutschen treiben überhaupt keinen Sport. „Die heutigen Krankheiten können mit Medizin allein nicht bewältigt werden. Sie kommt zu spät – wenn das Kind längst in den Brunnen gefallen ist“, sagt Dr. Ellis Huber, Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Präventologen in Hannover. Tatsächlich zeigt eine Studie von Prof. Kay-Tee Khaw, Leiterin der Abteilung für Klinische Alternsforschung an der Universität Cambridge, dass bereits vier relativ kleine und einfache Verhaltensänderungen 14 zusätzliche und fitte Lebensjahre schenken. Sie untersuchte elf Jahre lang die Lebensgewohnheiten von 20 000 Männern und Frauen zwischen 45 und 79 Jahren und entdeckte: Leichter Sport, Verzicht auf Nikotin, nicht mehr als z. B. sieben kleine Gläser (0,1 l) Wein pro Woche, dazu fünfmal am Tag Obst und Gemüse verlängern das Leben. Sogar wer nur zwei dieser vier Punkte erfüllt, lebt immer noch sieben Jahre länger.

Gesund in jeder Lebens-Dekade
  • 30 Leben auf der Überholspur: Jede vierte Karrierefrau leidet unter Burnout, 33 Prozent unter dem Doppelstress durch Kinder und Beruf. Wichtig ist jetzt vor allem, Stresshormone z. B. durch die Muskelentspannung nach Jacobson (Volkshochschulkurse) abzubauen.
  • 40 Der Stoffwechsel verbrennt jetzt bis zu 500 Kalorien weniger pro Tag. Studien zeigen, dass Frauen ab 40 vor allem Extrapfündchen am Bauch gezielt (Sit-ups, Rudern) wegtrainieren sollten, um ihr Herz-Kreislauf-Risiko zu senken.
  • 50+ Die Wechseljahre haben ihre eigene Herausforderung. Sinnvoll ist oft ein Beckenbodentraining, um Muskulatur und Durchblutung zu stärken. Hanteln im Fitnessstudio und Walking verhindern Osteoporose, verlangsamen den Alterungsprozess.
 

Lebensretter: Wer seine Körperwerte kennt, kann Risikofaktoren rechtzeitig entgegenwirken

 

Um Höchstleistungen geht es nicht bei der  Gesundheitsvorsorge. Beispiel Bewegung: „Dreimal 30 Minuten lockeres Laufen pro Woche wären zwar ideal. Aber einmal pro Woche ist besser als nichts. Und auch täglich 10 Minuten Bewegung helfen bereits, körperlichen und psychischen Beschwerden vorzubeugen und Gesundheit, Lebensqualität sowie Leistungsfähigkeit günstig zu beeinflussen“, betont Prof. Martin Halle, Zentrum für Prävention an der TU München. Präventionsforscher gehen davon aus, dass 65 Prozent der Krankheiten verhindert oder optimal bekämpft werden, wenn wir die wichtigsten Körperdaten kennen. Das heißt: wenn wir wissen, wie hoch unsere Cholesterin- oder unsere Langzeit-Zuckerwerte sind. Und wenn wir die Alarmzeichen unseres Körpers kennen.

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Autor:
Dorothea Palte