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Gesundheit Herzinfarkt bei Frauen

Frauen ticken anders als Männer. Okay, ist bekannt. Aber auch ihre Herzen schlagen anders. Die Gendermedizin untersucht diese Unterschiede jetzt genauer. Damit wir Risiken vermeiden können.

Es klopft schneller, reagiert empfindsam auf Beziehungsprobleme und selten so, wie es im Lehrbuch steht: das weibliche Herz. Noch immer gelten Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System als typisch männlich. Denn das Herz der Frau ist geschützt durch weibliche Hormone. Aber nur bis zur Menopause. Danach steigt die Zahl der Herzinfarkte bei Frauen sprunghaft an. Doch auch jüngere Frauen sind zunehmend betroffen.
Der Lebensstil spielt eine wichtige Rolle: Wie viel Gewicht eine Frau mit sich herumträgt, ob sie unter Diabetes leidet, raucht, die Pille nimmt und ob sie mit ihrem Leben zufrieden ist. Denn Gefühle gehen Frauen stärker zu Herzen als Männern. Daher braucht es besondere Aufmerksamkeit und Ärzte, die seine Klopfzeichen lesen können. Was macht es stark und worauf müssen wir speziell achten?

Wunderwerk Herz

Bereits bis zum Alter von 30 Jahren hat das Herz 1,1 Milliarden Mal geschlagen. Pro Minute werden mit dem Herzschlag circa 6 Liter Blut transportiert. Das entspricht 720 Kästen Mineralwasser am Tag.

Hormone

Die weiblichen Hormone sorgen dafür, dass die Blutgefäße gut durchblutet sind. Nach den Wechseljahren, in denen der Östrogenspiegel sinkt, fällt dieser Schutz des Körpers weg. Die Gefäße verkalken leichter, viele Frauen leiden unter Arteriosklerose – ein Risikofaktor für einen Herzinfarkt. Gilt bei Männern ein Schmerz in der linken Brusthälfte als typisches Anzeichen für einen Herzinfarkt, leiden die Frauen unter einer Vielzahl von Symptomen. Sie sind müde, ihnen ist übel, sie haben Schmerzen im Bauch oder an den Schultern.
Bei jüngeren Frauen bleibt ein Herzinfarkt häufig unbemerkt. „Man vermutet, dass die weiblichen Hormone das Schmerzempfinden senken“, sagt Natascha Hess, Expertin für Gendermedizin (untersucht geschlechtsspezifische Unterschiede) in der Kardiologie.

Schon gewusst?

Unsere Blutgefäße schlängeln sich auf 100.000 Kilometern durch den Körper. Dabei braucht das Blut circa eine Minute, bis es wieder beim Herzen ankommt.

Herzinfarkt rechtzeitig erkennen

Zu einem Herzinfarkt kommt es, wenn ein Herzkranzgefäß verstopft. Wird es nicht so schnell wie möglich wieder geöffnet, bleibt das Herz dauerhaft geschwächt. Typisches Vorzeichen: „Wer gut in den dritten Stock zu Fuß laufen konnte, schafft es plötzlich nur noch in den ersten“, sagt die Berliner Ärztin. Bei auffälligen Veränderungen sollten Frauen umgehend reagieren, auch wenn sie selber vielleicht keinen Herzinfarkt vermuten.
Eine sinnvolle Richtschnur ist die NANRegel: Wenn Beschwerden zwischen Nase, Armen und Nabel auftreten und länger als 15 Minuten anhalten, den Notarzt rufen.

Das können Sie tun:
Die schwindenden Östrogene künstlich zu ersetzen ist keine Lösung, wie Studien zeigen. Doch mit einem gesunden Lebensstil lässt sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, auch im Alter. „Der erste Schritt ist, besser auf sich zu achten. Frauen stellen sich aus falsch verstandenem Pflichtgefühl häufig zurück und zögern Arztbesuche hinaus“, sagt Kardiologin Hess.
Dabei kann der Hausarzt per Belastungs-EKG und Ultraschall herausfinden, ob alles in Ordnung ist. Danach steht einem Bewegungsprogramm nichts im Wege. Am besten ist ein Ausdauersport wie Walken, Joggen, Schwimmen oder Radeln. Drei- bis viermal pro Woche rund 30 Minuten gelten als optimal.



Mit unserem Gesundheits-Test erfahren Sie, wie es um Ihr Infarkt-Risiko steht.

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