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Gesundheit Mücken-Mythen: Was stimmt?

Sie lieben süßes Blut und stechen Frauen häufiger als Männer- den Mini-Vampiren wird allerlei nachgesagt. VITAL nennt die Fakten.
Mücke sticht zu

Mückenstiche sind lästig, aber nicht gefährlich

Nein. Sie können auch in Europa ernste Krankheiten übertragen. Z. B. hat die in den Tropen und Subtropen gefürchtete Tigermücke bereits Italien, Frankreich, Madeira, Belgien und die Südschweiz erobert. Sie überträgt das Dengue-Fieber, das starke Knochen- und Kopfschmerzen verursacht. Und immer mehr Menschen reagieren hochallergisch auf Mückeneiweiße, die beim Stich ins Blut gelangen. Die Folge: Übelkeit, Kreislaufbeschwerden, oft auch Schwellungen wie bei Wespenstichen.

Ihre Lieblingsopfer sind Menschen mit „süßem Blut“
Mücken verboten

Nein. Mücken peilen mit speziellen Sensoren aus über 35 Meter Entfernung Stoffe wie Kohlendioxid an, die Menschen und Tiere ausatmen oder ausdünsten. Auch ein zu hoher Blutfettspiegel lockt sie an. Attraktiv finden sie zudem Schweiß, Wärme, Milchsäure, den Duft von Limburger Käse und ungewaschene Füße.

Frauen werden öfter gestochen als Männer

Nein, es ist genau umgekehrt, ergab eine Studie mit 58908 Patienten der Moskito-Expertin Prof. Patricia Schlagenhauf-Lawlor vom Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich. Aber die Männer merken das schlicht nicht. Denn Frauenhaut ist 20 Pro- zent dünner als die von Männern und reagiert empfindlicher auf die Stiche. Grundsätzlich zapfen Mücken am häufigsten Menschen an, die ver- mehrt den Schweißbotenstoff 4 -Methyl-Phenol produzieren.

Frauen, die ihre Regel haben, werden häufiger attackiert

Nein. Stechmücken greifen stattdessen vermehrt zwischen dem 13. und 18. Zyklustag an. An diesen fruchtbaren Tagen der Frau fällt der Östrogenspiegel ab. Das macht ihren Geruch interessanter für die Mini-Vampire.

Kleidung beeinflusst den „Durst“ der Mücken

Ja. Helle Blusen und Hosen scheinen sie abzuschrecken, dunkle ziehen sie magisch an. Wahrscheinlich, weil wir darin kräftiger schwitzen und mehr Lockstoffe produzieren.

Zitronen-, Nelken- oder Lavendelöl vertreibt Mücken

Jein. Die ätherischen Öle können sie zwar eine Zeit lang fernhalten – aber nur, wenn sich jemand stündlich damit einreibt. Doch auf der sicheren Seite sind Eingeölte nicht, und nicht jede Haut verträgt die Öle.

Licht zieht Mücken an

Nein, denn Mücken sehen fast nichts. Sie orientieren sich wie gesagt eher an Gerüchen in der Luft und Wärme.

Alle Mücken sind auf unser Blut aus

Nein. Bei allen 105 Moskitoarten (span.: „kleine Fliege“) in Europa saugen nur die Weibchen Blut, pro Stich zwischen 0,001 und 0,01 Milliliter. Sie brauchen Blut als Eiweißquelle, damit ihre 200 bis 300 Eier reifen. Die Mundwerkzeuge der Männchen können unsere Haut nicht durchdringen.

Mücken leben vor allem an Bächen, Tümpeln und Seen

Jein. Sie legen dort zwar ihre Eier ab, aber in natürlichen Feuchtgebieten lauern Fressfeinde wie Frösche oder Libellen. Deshalb vermehren sie sich im heimischen Garten fleißiger: in Regentonnen, Gießkannen oder in feuchten Blumentöpfen.

 

Repellent: Spraylotionen mit dem von der Weltgesundheitsorganisation sogar zur Malariavorsorge empfohlenen Wirkstoff Icaridin/Saltidin (z. B. in „Doctan“ aus der Apotheke) bieten lang anhaltenden Schutz. Die Wirkung tritt sofort für rund 12 Stunden ein. Bremsen und Zecken haben ca. 8 Stunden die Nase voll.

Kleidung: Hosen in die Socken stopfen oder Stiefeletten tragen. Das verhindert Stiche in die Knöchel.

Moskitonetze: Sehr effektiv, wenn sie das Bett lückenlos umspannen. Die Maschen dürfen nicht größer als 1,2 Millimeter sein. Ab 30 Euro in Apotheken.

Erste Hilfe: Nicht kratzen, damit keine Entzündung entsteht. Den Stich 10 Minuten mit einem Cold Pack kühlen oder mit abschwellendem Gel einreiben


 

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