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Gesundheit Beckenboden - Zentrale für Körpergefühl

Dürfen wir vorstellen: der Beckenboden, Zentrale für Körpergefühl, Sinnlichkeit und Energie. Dafür verdient er ein bisschen mehr Beachtung!
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Was ist der Beckenboden?

Er ist ein Muskel, doch wir können ihn nicht sehen. Er lässt sich trainieren, aber nicht anfassen. Und den Umfang können wir auch nicht messen. Bei Bodybuildern kann er also nicht besonders hoch im Kurs stehen. Stellen Sie sich den Beckenboden, diesen etwas ominösen Ort, am besten als eine waagerecht angeordnete, mehrschichtige Muskelplatte vor, die die Ausgänge von Harnröhre, Scheide und Enddarm umgibt. Wie das Zwerchfell, das Herz und Lunge aus dem Bauchraum fernhält, dichtet der Beckenboden den Unterbauch nach unten hin ab und stellt sicher, dass die inneren Organe schön an ihrem Platz bleiben. Auch bei Männern, aber deren Beckenboden ist weniger kompliziert gebaut und wird weniger stark belastet (Schwangerschaft).

Wie alle Muskeln sollte der Becken­boden im angespannten Zustand fest sein, entspannt dagegen möglichst weich und elastisch. Wir müssen ihn aber gezielt an­steuern, um ihn zu trainieren. Tun wir das nicht, kann er mehr und mehr erschlaffen.

Wenn der Beckenboden langsam nachgibt

Bei einem Nieser oder Hustenanfall pas­siert es dann: Es landen einige Urintropfen im Slip. Mit untrainiertem Beckenboden kann Ihnen das aber jederzeit passieren, wenn Sie etwas Schweres heben, herzlich lachen oder beim Sport herumhüpfen. Vereinfacht gesagt, versagt bei einer ge­schwächten Muskelstruktur der Dich­tungsring, und Sie können nicht einhalten. Das betrifft bei Weitem nicht nur ältere Frauen. Was Sie gegen Blasenprobleme alles tun können, lesen Sie hier.

Ein weiteres Frauenthema, das unmittelbar auf die Beckenboden­-Problematik zurückgeht: Gebärmuttersenkung. Keine lebensgefährliche Krankheit, aber durch­ aus unangenehm, wenn der Halteapparat, sprich Bänder und Beckenboden, ausleiert und sich der Uterus absenkt. Betroffene verspüren meist Schmerzen und Druck im Unterleib und ein Fremdkörpergefühl in der Scheide. Früher wurde die Patientin deswegen gleich in den OP gerollt, heute setzen Mediziner zunehmend auf sanftere Maßnahmen und lassen erst einmal den Beckenboden trainieren.

Die meisten Frauen machen vermutlich bei der Rückbildungsgymnastik erstmals Bekanntschaft mit ihrem Beckenboden. Denn vor einer Geburt muss sich der Beckenboden lockern und weiten, um das Baby passieren zu lassen. Danach flutscht das Gewebe aber leider nicht wie bei einem Lycra­Top nach der Dehnung sofort zurück in die alte Passform – schade.