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Anthroposophische Medizin Die Kraft der Natur

Sie erscheinen vielen Menschen immer noch rätselhaft. Doch anthroposophische Arzneimittel schöpfen Kraft aus der Natur und unterstützen die Gesundung. Nebenwirkungen? Minimal.

Mit Krankheitserregern macht die Schulmedizin kurzen Prozess: Sie tötet sie ab, z.B. mit einem Antibiotikum. Bei einem schweren akuten Infekt durchaus sinnvoll, geradezu unumgänglich. Das gehört auch zum therapeutischen Selbstverständnis der Anthroposophischen Medizin. Doch mit ihren Arzneimitteln, die sie ja als Ergänzung zu schulmedizinischen Medikamenten versteht, wählt sie noch einen anderen, einen zusätzlichen Weg: Sie will die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken und aus der Balance geratene Funktionsgrößen wie einen zu hohen Blutdruck wieder ins Lot bringen. Zudem harmonisieren ihre Heilmittel das Zusammenspiel körperlicher, seelischer und geistiger Regulative, die durch eine Krankheit in Dysbalance geraten sind.

Arzneien aus der Natur

Die Ausgangsstoffe der Medikamente bilden Substanzen aus dem Pflanzen- und Tierreich, Mineralien und Metalle. Dazu gehören z.B. Heilpflanzen wie der Blaue Eisenhut, Arnika, Rosen, Gelber Enzian oder die Kamille. Typisch sind auch Mineralien wie Schwefel oder Kalzium, die Metalle Gold, Silber und Eisen sowie Bienengift und Ameisensäure. Häufig werden die Ausgangsstoffe kombiniert, was komplexe Kompositionen ergibt. So lässt sich z.B. die Wirkung von Pflanzen mit der Heilkraft bestimmter Metalle veredeln, indem man den Nährboden der Pflanzen mit Metallsalzen düngt.
Zur Bandbreite der anthroposophischen Arzneimittel zählen konzentrierte pflanzliche Extrakte genauso wie hoch verdünnte (potenzierte) homöopathische Mittel. Ob diese äußerlich oder innerlich angewandt werden, entscheidet der Arzt. Denn der kennt vielfältige Wege, um den Organismus zu regulieren, z. B. über den Blutkreislauf, die Atmung, das Verdauungssystem oder über die Haut.

Die Haut nimmt Heilwirkungen wahr

Als größtes Sinnesorgan des Menschen spielt die Haut eine besondere Rolle in der Therapie. Sie spürt, welche Heilqualitäten die Substanzen haben, die auf sie aufgetragen werden. Etwa die beruhigende Wirkung von Lavendel oder die durchblutungsfördernde von Senfmehl. Weil die Haut verschiedene Reflexzonen aufweist, können auf diese Weise gezielt innere Organe behandelt werden.
So sitzt z.B. die Reflexzone für Gallenblase und Leber unter dem rechten Schulterblatt. Spritzt man dort ein Heilmittel, erzielt das eine unmittelbare Wirkung. Arzneimittel der Anthroposophischen Heilkunde werden in vier Stoffgruppen gegliedert: Pflanzliche Mittel wirken vor allem auf die seelische Sphäre des Menschen, sie regulieren den Astralleib. Mitte aus dem Tierreich und Metalle sprechen vorwiegend die Lebensfunktionen des Ätherleibes an. Substanzen aus dem Mineralreich beeinflussen die Ich-Kraft des Patienten.
Ein Großteil der anthroposophischen Arzneimittel besteht aus homöopathischen Globuli. Die kleinen Streukügelchen enthalten stark potenzierte, also verdünnte Inhaltsstoffe. Je stärker die Verdünnung, desto tiefer geht ihre Wirkung.