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Wie Ihr mit Honig und Co. natürlich heilen könnt Die Heilkraft aus dem Bienenkorb

Die fleißigen Brummer haben das Prädikat „sehr gut mit Auszeichnung“ wirklich verdient: Die Heilkraft von Honig und anderen Dingen aus dem Bienenkorb lindert mehr als 500 Krankheiten!
Die Heilkraft von Honig

Wie die Heilung funktioniert

 

Großfamilie Honigmacher krabbelt und summt auf nur einem Quadratmeter Wohnfläche. Klein, aber fein und bei molli­gen 35 Grad. Gerade Platz genug für die Mutter, ihre 50 000 Töchter und 1000 Söh­ne. Erst wenn das Thermometer über 12 Grad klettert, wird es luftiger und leerer für Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Denn dann schwärmt Apis mellifera, die Honigbiene, von ihrem perfekt durchorga­nisierten Bienenstock aus in Gärten, Wiesen und Wälder, sucht Nektar, bestäubt Pflanzen – und versüßt uns das Leben. Damit ein Kilo Honig auf den Tisch kommt (so viel isst jeder Deutsche pro Jahr), müs­sen die Hautflügler mehr als fünf Millio­nen Blüten anfliegen. Insgesamt sammelt ein Bienenstaat jährlich rund 23 Kilo Honig. Für die 25 Gramm des süßen Auf­strichs, die aufs Frühstücksbrötchen pas­sen, legt eine Arbeiterin 3000 Kilometer zurück. Da trifft der Spitzname „fleißiges Bienchen“ doch direkt ins Schwarze. Nebenbei produziert der Bienenstaat Naturarzneien für uns Menschen. Am bekanntesten ist der antibakteriell wirk­same Honig, hinzu kommen Propolis, Ge­lée Royale, Pollen, Bienenwachs (z. B. für die Hautpflege) und das Gift des Stachels. Die ganzheitliche Apitherapie (lat.: apis = Biene) schützt vor Krankheiten und kann heilen.

Sie beeinflusst alle Funktions­einheiten, alle Organe des Körpers. Etwa Herz und Kreislauf, Nervensystem, Verdauungsorgane, Bewegungsapparat und Stoffwechsel und sogar die Psyche. Bei ca. 500 Krankheiten von A wie Arthrose und Atemwegsinfekt bis hin zu Z wie Zahnschmerz und Zeckenstich zeigt die Medizin aus dem Bienenstock Behandlungserfolge. Die Schulmedizin entdeckt erst jetzt, wie hochwirksam die Apitherapie für die Gesundheit ist. Eine aktuelle Studie der amerikanischen Salve Regina University in Newport hat gezeigt, dass naturbelassener Honig sogar die gefährlichen MRSA- Krankenhauskeime bekämpft, die gegen Antibiotika resistent sind. Das schafft er, indem er unter anderem das Entstehen sogenannter Biofilme, einer Ansammlung von krankmachenden Erregern, verhindert und vorhandene Biofilme angreift und schwächt. Die Bakterien darin können keine Giftstoffe mehr ausschütten und sich nicht mehr vermehren. Außerdem tritt durch Honig ein osmotischer Effekt auf die Zellen ein. Dadurch verlieren die Bakterien Zellwasser, trocknen schließlich aus und sterben ab.

Englische Wissenschaftler der Universität Oxford haben jetzt erforscht, dass Kaffeesäure-Abkömmlinge in Propolis, also dem Bienenharz, Entzündungen z. B. in Gelenken oder des Ischiasnervs doppelt so effektiv hemmen wie Acetylsalicylsäure. Und gleich drei klinische Studien zeigen, dass eine Kombination von Propolis, Gelée Royale und Blütenpollen typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und nächtliche Schweißattacken deutlich lindert. Neue wissenschaftliche Studien auf der einen Seite, mehr als 12 000 Jahre alte Erfahrungsmedizin auf der anderen: Dazwischen bewegt sich die Apitherapie, die seit der Entdeckung des Penicillins durch den Bakteriologen Alexander Fleming im Jahr 1929 ein wenig in Vergessenheit geraten war. Dabei eignet sich die sanfte Heilmethode ideal für die Selbstbehandlung, lässt sich kinderleicht anwenden und bleibt ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Also, bitte summ, Bienchen, summ weiter herum – für unsere Gesundheit. 

Bienen sind friedlich 

 

Nur keine Angst: Die bräunlich-puscheligen Bienen sind viel friedlicher als ihre wilden Verwandten, die schwarz-gelben Wespen. Stechen wird eine Biene nur, wenn wir hektisch herumfuchteln oder sie in die Enge treiben. Also ruhig bewegen. Raus in die Natur geduscht (älterer Schweiß reizt sie) und mit frischer Kleidung in gedeckten Farben gehen, auf Reizstoffe (Parfum) verzichten. Doch ein Stich? Stachel mit dem Fingernagel seitlich wegschieben. 

 

Honig: Süßes Allheilmittel

 

Bienen sammeln Nektar, Pflanzensaft und Honigtau. In den Waben lassen spezielle Enzyme alles zu Honig heranreifen. Er enthält über 125 Nähr- und Vitalstoffe, vor allem Frucht- und Traubenzucker (80 Prozent) und Eiweiße. Dagegen wirkt er: Zahlreiche Studien belegen seine starke antibakterielle Wirkung. Oft hilft er sogar da, wo Antibiotika versagen. Vor allem bei Infekten der Atemwege wie Bronchitis, auch bei Nasennebenhöhlen-, Hals-, Blasenentzündungen und bakteriellem Durchfall. Bei Wunden und Akne wirkt Honig wie ein Desinfektionsmittel. Außerdem ist er ein Energiespender der Extraklasse. So wendet Ihr ihn an: Bei Erschöpfung: 1 EL Honig, 2 EL Apfelessig in 1 Glas warmes Wasser geben. 3-mal täglich trinken. Lindert Husten: 2 TL Fenchelsamen (in Apotheken) mörsern, mit 250 ml Wasser aufbrühen, dazu 2 Scheiben Ingwer. 15 Min. ziehen lassen, abseihen. 2 EL Honig hineingeben. 3-mal täglich. 

 

Propolis: Natürliches Antibiotikum 

 

Das altgriechische Wort „Propolis“ bezeichnet einen Torwächter. Das passt: Bienen knabbern das Harz von Knospen und Baumrinden ab. Zusammen mit ihrem Speichel entsteht ein Kittharz, mit dem sie ihre Waben und den Bienenstock auskleiden. Es hält Bakterien, Viren und Pilze von Eurem Wohnsitz fern. Dagegen wirkt es: Der Bodyguard gegen Bakterien, Pilze, sogar Herpes- und Warzenviren mobilisiert das Immunsystem. Er hilft so bei Erkältung, Scheidenpilz, Mageninfekten, Zahnfleisch-, Gelenkentzündungen. Propolis ist Balsam für die Haut, wenn sie Probleme mit Ekzemen, Fußpilz oder Neurodermitis hat. So wendet Ihr es an: Bei grippalen Infekten: 20 Tropfen Propolis-Lösung (in Apotheken) in 1 Glas lauwarmem Schwarztee mit 2 TL Honig auflösen. 3-mal täglich trinken. Gegen Lippenherpes: Wattestäbchen mit Propolis-Tinktur (in Apotheken) beträufeln, auf das Bläschen tupfen. 3 Tage bis zu 7-mal täglich. 

 

Gelée Royale: Speise der Königinnen 

 

In fünf Tagen das 800-Fache des Gewichts zulegen, täglich 2000 Eier legen, 50-mal so lange leben wie die Artgenossinnen – diese Weltrekorde verdankt die Bienenkönigin dem Power-Shake Gelée Royale. Ihre Töchter füttern sie täglich 7-mal pro Stunde mit diesem klebrigen Sekret aus Eiweißen, Fetten, Vitaminen und Mineralien. Dagegen wirkt es: Die Luxus-Speise enthält einen Nerven-Botenstoff, der uns gelassener macht, das Gehirn vor Gedächtnisproblemen schützt, das Herz im Takt hält. Östrogenähnliche Pflanzenstoffe balancieren den Hormonhaushalt bei PMS und Wechseljahresbeschwerden aus. So wendet Ihr es an: Fürs Gehirn: 1 ml Gelée Royale, 1 TL Hagebuttenpulver (beides in Apotheken) in 230 ml warmen Hagebuttentee geben. 3-mal täglich vor dem Essen. Bei PMS: nüchtern 2 Gelée-Royale-Trinkampullen (Apotheke).

 

Bienengift: Auf die Dosis kommt es an 

 

Wächterbienen kontrollieren den Eingang zum Stock. Fremde bekommen schnell ihren Stachel zu spüren. Auch Menschen, die sie bedrohen. Auf das beim Stich verabreichte Gift reagiert eine von hundert Personen allergisch. Dagegen wirkt es: Das Gift Melittin steckt z. B. in Salben (in Apotheken) gegen Hexenschuss und Sportverletzungen. Die Homöopathie setzt es gegen Ausschläge, Hals- und Ohrenschmerzen ein. Einige Heilpraktiker benutzen den Stachel lebender Bienen, um Akupunktur zu verstärken. Aber: Mit seinen Widerhaken bleibt er in der Haut stecken, die Biene stirbt. Bienengift-Allergikern spritzt der Arzt zur Hyposensibilisierung Mini-Dosen des Giftes. So wendet Ihr es an: Salben (s. o.) 5-mal am Tag dünn einmassieren. Homöopathie (s. o.): Vom Mittel Apis mellifica D6 3-mal täglich 5 Globuli einnehmen. 

 

Pollen: Kraftpaket für Jung und Alt

 

Ein Bienenvolk sammelt pro Jahr 20 bis 70 Kilo Blütenpollen. Sie bleiben an den Hinterbeinen der Arbeiterinnen haften, die damit zurück in den Stock fliegen. Dort bunkern sie die Pollen als tägliches Brot in den Waben. 100 g Pollen enthalten so viel Eiweiß wie 7 Eier, dazu jede Menge Enzyme und Vitamine. Dagegen wirken sie: Die Pollen sind eine Energiequelle der Spitzenklasse, sie katapultieren uns raus aus einem Leistungstief. Außerdem stärken Pollen das Immunsystem, machen einen müden Darm munter, helfen beim Aufbau seiner gesunden Darmflora und unterstützen die Leber, was sie gleichzeitig schützt. So wendet Ihr sie an: Fürs Immunsystem: Alle Vierteljahre für 3 bis 4 Wochen täglich 1 EL Pollen (in Apotheken) essen. Gibt neue Kraft: 2 Pfirsiche, 1 Banane, 1 EL Blütenpollen, 3 EL Honig, 2 EL Kokosmilch 3 Min. mixen. Smoothie löffeln.