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Migräne Die 4 Phasen eines Migräneanfalls

Eine Migräne-Attacke kann in vier unterschiedliche Phasen eingeteilt werden, die sich durch verschiedene Symptome bemerkbar macht.
schmerzverzerrtes Frauengesicht

Allein in Deutschland leidet aktuell jeder Zehnte unter Migräne. Frauen sind davon mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Gründe hierfür sind bislang nur wenig erforscht. Im Gegensatz zu den Ursachen ist es der Forschung in den letzten Jahren jedoch gelungen die Migräne selbst besser zu verstehen. Als Ergebnis wird ein Migräneanfall heute in vier voneinander abgegrenzte Phasen eingeteilt. Dabei handelt es sich um 

  • die Vorbotenphase
  • die Auraphase
  • die Kopfschmerzphase
  • die Rückbildungsphase

In jeder dieser Phasen treten charakteristische Symptome auf, die den Betroffen helfen können einen Migräneanfall bereits im Vorfeld zu erkennen. Zwar ist der Anfall nicht mehr aufzuhalten, dafür fallen die Schmerzen und Begleiterscheinungen weniger schwerwiegend aus, wenn der Kopfschmerz für die Betroffenen nicht scheinbar urplötzlich auftritt. Nachfolgend finden Sie die Phasen der Migräne einmal detailliert dargestellt, um den Alltag nicht länger von der Migräne bestimmen zu lassen. 

Die bekanntesten Vorboten eines Migräneanfalls 

Sowohl die Prodomi- als auch die Auraphase gelten als Vorboten für einen beginnenden Migräneanfall. Da die Symptome während dieser Zeit sehr unterschiedlich ausfallen, können diese Phasen sehr bewusst oder auch unbewusst wahrgenommen werden. Dier ersten Vorboten während der ersten, der Prodomi-Phase nehmen nur etwa 30 % aller Migränepatienten überhaupt wahr. Zumeist stehen diese Symptome in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit den später auftretenden Kopfschmerzen. Einige der von den Betroffenen am häufigsten beschriebenen Beschwerden umfassen: 

  • Müdigkeit
  • deutlich häufigeres Gähnen 
  • Magen-Darm-Beschwerden oder
  • erhöhte Geräuschempfindlichkeit

Alle diese Symptome sind Vorboten für das sich bereits ankündigende Ungleichgewicht im Gehirn. Ebenfalls häufig beschrieben werden während der bis zu zwei Stunden andauernden Prodomi auch Heißhungerattacken, wie etwa bei einer Schwangerschaft. Lange Zeit galten die dabei in größeren Menger zu sich genommen Lebensmittel wie etwa Zucker oder Salz als ein Auslöser für die späteren Migränekopfschmerzen. Neuere Studien zeigen jedoch keinen deutlichen Zusammenhang zwischen den verzehrten Lebensmitteln und der Migräne, da die Phasen zeigen, dass mit der Prodomi der Migräneanfall bereits begonnen hat. 

Noch deutlichere Anzeichen zeigen sich in der zweiten Phase. Die Aura wird von bis zu 20 % aller Migränepatienten und kann bis zu 60 Minuten andauern. Aurasymptome zeichnen sich in erster Linie durch neurologische Beschwerden aus. Diese umfassen zum Großteil visuelle Störungen wie verschwommene Sicht, Lichtblitze oder der zeitweise Verlust des räumlichen Sehens. Weitere Beschwerden während der Auraphase können die Blindheit auf einem Auge, Doppelbilder oder das Wahrnehmen nicht vorhandener Bilder oder Strukturen sein. Treten diese Symptome auf, ist es sehr wichtig etwa auf das Führen eines Fahrzeugs zu verzichten, um sich selbst oder andere in Gefahr zu bringen.

Bei regelmäßigen Anfällen ist es ratsam ein Tagebuch zu führen und darin alle Symptome und ihre Dauer zu notieren. Zeitgleich sollten jedoch auch alle Auslösefaktoren einer Attacke wie etwa Stress vermerkt werden. Dadurch fällt es Ihnen selbst als auch Ihrem behandelnden Arzt wesentlich leichter Zusammenhänge zwischen den Auslösefaktoren und der Migräne zu erkennen und in die Behandlung miteinzubeziehen. 

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Dauer und Behandlung der Kopfschmerzphase 

Nachdem die Vorzeichen abgeklungen sind, tritt der Körper nach relativ kurzer Zeit in die Schmerzphase ein. Viele Migränenpatienten erleben häufig erst die dritte Phase als Beginn eines Anfalls. Der Schmerz dauert hier zwischen 6 bis zu 72 Stunden. In dieser Phase ist vom Schmerz meist nur eine der beiden Gehirnhälften betroffen. Dennoch werden die Beschwerden von den Betroffenen als so lähmend empfunden, dass viele von ihren behandelnden Ärzten einen Krankenschein erhalten. Für die Behandlung akuter Anfälle während der Schmerzphase ist es erforderlich, dem Körper neben der Medikation auch Ruhe zu gönnen. Da ein Großteil der Patienten aufgrund der Schmerzen eine Überempfindlichkeit bei hellem Licht verspürt, halten diese sich während der Schmerzattacken häufig in abgedunkelten Räumen auf. Die Kopfschmerzen vom Spannungstyp werden durch die verminderte Anzahl an äußeren Einflüssen deutlich vermindert. Positive Auswirkungen können diese Maßnahmen auch auf die Länge der dritten Phase haben. Je früher der Körper in die Entspannungsphase eintritt, umso eher klingen auch die Schmerzen ab. 
Zusätzlich drückt sich die dritte Phase nicht immer nur durch Schmerzen aus. Übelkeit und Erbrechen sind ebenfalls als Symptome keine Seltenheit. Die Einnahme von Medikamenten gegen Übelkeit sollte jedoch immer nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen. Ansonsten besteht die Gefahr, sollten etwa Kopfschmerzen zu den möglichen Nebenwirkungen zählen, dass die Migräne noch intensiver empfunden wird. 

 

Der langsame Übertritt in die Erholungsphase

Der Übergang in die Erholungsphase findet sehr fließend statt und bezeichnet einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden in denen die Beschwerden langsam abklingen. Während dieser Zeit lässt auch die Gereiztheit durch die Schmerzen spürbar nach und der Körper tritt in eine regenerative Phase ein. Der Körper führt so gewissermaßen einen Neustart durch, um wieder in den Normalzustand einzutreten. Die bereits aus der ersten Phase bekannte Müdigkeit tritt auch in der vierten Phase wieder verstärkt auf. Der Körper und besonders das Gehirn benötigen in dieser Zeit vermehrte Ruhe, damit die zuvor erlebte Belastung durch die Schmerzen allmählich in den Hintergrund tritt. Sehr wichtig ist es, diese Phase sehr bewusst auch zur Erholung zu nutzen. Anstatt das Abklingen der Schmerzen sofort dafür zu nutzen, den Alltag wie gewohnt fortzusetzen, sollten Sie diese 24 Stunden möglichst stressfrei verbringen. Je leichter es fällt, die Auslösefaktoren wie etwa Stress zu vermeiden, umso eher lässt auch der nächste Migräneanfall auf sich warten. Bekannte Stressfaktoren wie Job, Familie und bekannte Doppelbelastungen zum Beispiel durch die Pflege eines Angehörigen führen ansonsten dazu, dass Muster entstehen bei denen der Körper immer wieder den Ausweg Migräne sucht, um eine Erholungsphase quasi zu erzwingen.

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