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Zahnersatz Zahnimplantate

Geht’s um die Dritten, lassen sich die neuen Zahnimplantate kaum noch von natürlichen Zähnen unterscheiden. Und auch für schwierige Fälle findet sich heute eine perfekte Lösung.
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Zahn weg, Lücke da. Manchmal blitzt sie schneller auf, als sowieso befürchtet: nach einem Rutsch über nasses Laub oder einem Crash im Sport. Oft zerbröselt der Zahn auch schleichend durch Entzündungen oder Karies. Um die Lücke im Gebiss zu schließen, entscheiden sich immer mehr Deutsche für ein Zahnimplantat. Dieses Jahr wurde erstmals die Eine-Millionen-Marke überschritten: So viele Frauen und Männer ließen sich statt Brücke oder Prothese eine künstliche Zahnwurzel einsetzen – trotz der hohen Kosten von rund 1600 bis 3000 Euro pro Implantat. Verständlich, denn fest sitzende Ersatzzähne bieten viele Vorteile. Der Implantologe und Oralchirurg Prof. Günter Dhom, Leiter der zahnmedizinischen Abteilung der Privatklinik Vitalitas in Neustadt, listet auf: „Studien zeigen, dass nach mehr als zehn Jahren noch über 90 Prozent der Implantate intakt sind. Außerdem sehen sie wie natürliche Zähne aus, fühlen sich wie natürliche Zähne an und sind wie natürliche Zähne fest im Kieferknochen verankert, sodass sie ein sicheres Gefühl beim Essen, Sprechen und Lachen vermitteln.“ Auch andere schonende Neuerungen sind auf dem Vormarsch, ebenso bei der Zahnpflege.

 

Jochbein-Implantate

Jochbein-Implantate halten auch dort, wo andere wackeln, nämlich dann, wenn sich der Kiefer dramatisch zurückgebildet hat. Das passiert meist nach jahrelangem Tragen einer Brücke oder einer (Teil-)Prothese. Die „Zygoma-Implantate“ sind mit etwa fünf Zentimetern viel länger als herkömmlicher Wurzelersatz, damit sie schräg in einem 45-Grad-Winkel im Wangenknochen verankert werden können. „Das Jochbein ist durch seine dichte Struktur ein ideales Fundament“, bestätigt Dr. Richard J. Meissen, Ärztlicher Direktor der Duisburger Kaiserberg Klinik. Um in einem zahnlosen Oberkiefer eine dauerhafte Brücke zu befestigen, müssen auf jeder Seite nur zwei „Zygoma-Implantate“ (All-on-four-Konzept) eingesetzt werden. Nach dem Einbringen der vier Implantate wird eine provisorische Brücke fest auf den Implantaten verschraubt. Der Patient verlässt die Praxis mit festen Zähnen! Drei Monate später bekommt er die endgültige Brücke. Wichtig ist, vor dem Eingriff mithilfe eines Volumentomografen ein dreidimensionales Bild von Kiefer und Zähnen zu erstellen, um beim Operieren die Gesichtsnerven nicht zu verletzen.

Keramik-Implantate

Knochenersatzmaterial mit dem Wachstumsfaktor rhGDF-5 beschleunigt die Knochenbildung am Implantat. Das erlaubt Kunstwurzeln auch bei sehr feinen Kieferknochen (noch im klinischen Test).

 

Keramik-Implantate

Keramik-Implantate feiern ein Comeback, weil sie belastbarer sind als früher und optimal verträglich. Ende der 80er-Jahre war Schluss mit den Keramik-Implantaten. Zu viele zersplitterten. Jetzt kommt es wieder zu einem Boom. Denn die neuen Keramik-Implantate bestehen aus Zirkonoxid, einem deutlich robusteren Material. Und dass sie keinerlei Metalle enthalten, machen sie ideal für Allergiepatienten. Die Farbe von Keramik-Implantaten entspricht dem natürlichen Weiß der Zähne – ein besonderer Vorteil z. B. gegenüber Titan-Implantaten, wenn das Zahnfleisch zurückgeht und das Implantat sichtbar wird. Sie haben allerdings auch ernst zu nehmende Nachteile. So dauert es z.B. deutlich länger, bis sie ins Zahnbett einwachsen: etwa 20 bis 24 Wochen gegenüber 6 bis 12 Wochen bei den üblichen Titan-Implantaten. Einzelne Implantate müssen in dieser Zeit von einer Schiene geschützt werden – auch nicht gerade angenehm. Und wie es um ihre Langlebigkeit steht, muss erst noch in Studien geklärt werden.

 

Computergesteuerte Implantation

Die computergesteuerte Implantation ermöglicht Eingriffe, die bisher als ausgeschlossen galten. Klassischerweise verwendet man zweidimensionale Röntgenbilder, um Ersatzwurzeln in den Kieferknochen einzubringen. Moderner und genauer ist eine computernavigierte Implantologie, die eine dreidimensionale Planung ermöglicht. Der Kieferchirurg oder Zahnarzt lässt am Bildschirm errechnen, in welchem Winkel und wo im Kiefer die künstliche Zahnwurzel optimal liegt, und ermittelt so die anatomisch korrekte Bohrrichtung und Bohrtiefe. Dann stellt das spezielle Computerverfahren eine Art Operationsschablone her, die bei der anschließenden Implantation ultragenaue Präzision ermöglicht. Das lässt deutlich weniger Raum für Zahnarztfehler.

 

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Autor:
Dorothea Palte