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Zahnpflege 22 News aus der Zahnmedizin

Karies weg ohne Bohren, Kronen so perfekt wie die Natur, dauerhaft gesundes Zahnfleisch – all das ist jetzt möglich. Und Sie überstehen sorglos den nächsten Zahnarzttermin.

22 News aus der Zahnmedizin

Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück“, so lautet ein indisches Sprichwort. Erst recht, wenn strahlend weiße Zähne zum Vorschein kommen, könnte man nach einer aktuellen Umfrage der Initiative proDente in Köln hinzufügen: 85 Prozent der Deutschen sind überzeugt, dass Menschen mit sichtbar gesunden Zähnen nicht nur im Beruf klare Vorteile haben. Leider behalten nur wenige Glückliche lebenslang ihr Original-Gebiss. Rund 700 verschiedene Bakterien blasen ständig zum Angriff. Doch die Forscher sind ihnen dicht auf den Fersen: Immer früher können Zahnärzte heute z. B. Karies und Parodontitis erkennen und behandeln. Mit neuen Techniken und Materialien lässt sich so mancher Zahnersatz innerhalb von nur 60 Minuten herstellen, und verbesserte Medikamente unterstützen den Heilungsprozess. Hier kommen alle guten Nachrichten im Detail.

Basics

1. Gentherapie gegen Zahnfleischentzündungen Acht von zehn Deutschen leiden an einer mehr oder weniger ausgeprägten, teilweise chronischen Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Das fühlt sich äußerst unangenehm an und kann den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehen: Das Diabetes-, Herz infarkt- und Schlaganfall-Risiko steigt. Bislang galt vor allem eine unzureichende Pflege der Zahnzwischenräume als Hauptursache. Eine US-Studie zwingt nun zum Umdenken. Sie zeigt, dass mehr als 9000 Gene bei der Entstehung und Heilung der Gingivitis mitmischen. Außerdem fanden die Wissenschaftler der Universität von North Carolina in Chapel Hill heraus, dass unser Körper auf die Entzündung im Mund mit den gleichen Reaktionen antwortet, die sonst bei der Aktivierung unseres Immunsystems ablaufen. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Therapiemöglichkeiten: Beispielsweise könnte ein Gentest frühzeitig Gingivitis-Risikopatienten aufspüren. Und unschädlich gemachte Viren könnten als „Boten“ gezielt die entscheidenden Gingivitis- Gene beeinflussen und so die Entzündung stoppen. Erste Versuche in diese Richtung waren bereits erfolgreich.

2. Endlich entschlüsselt: der Bauplan für unseren ultraharten Zahnschmelz Keine andere biologische Substanz ist so fest wie Zahnschmelz. Doch woran liegt das? Forscher der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) haben den Zahnschmelz jetzt auf Nano-Ebene durchleuchtet – erstmalig auf der Welt. Das überraschende Ergebnis: Zahnschmelz besteht aus einem korbähnlichen Geflecht, gebildet aus harten Mineralstoffen und einer Art Klebemasse. Der nächste Schritt, den die Hamburger Wissenschaftler nun gehen wollen, steht ebenso fest: Sie wollen den gefundenen Bauplan der Natur so schnell und genau wie möglich imitieren, um allen zukünftigen Zahnarzt-Patienten noch besseren, härteren Zahnersatz bieten zu können.

3. Der Zahnarzt der Zukunft betreibt „Biofilm-Management“ Jahrzehntelang wurde in der Zahnheilkunde von „Plaque“ gesprochen und uns Patienten eingebläut: Die muss weg! Doch neueste Studien zeigen ein differenzierteres Bild: Schädliche und nützliche Bakterien leben in der Mundhöhle wie in einer WG. „Fast schon ein mehrzelliger Organismus“, sagt Prof. Ulrich Saxer vom Zahnmedizinischen Zentrum Zürich. Prompt hat sich auch das Fachvokabular geändert: Statt die Plaque zu entfernen, wird „der dentale Biofilm gemanagt“. Anders gesagt: Die „guten“ Keime müssen gepflegt, die „bösen“ bekämpft werden. Keine leichte Aufgabe. Wirkstoffe wie Chlorhexidin, kurz CHX, oder Fluoride halten den gefährlichsten Streptococcus mutans in Schach. Bei der Gingivitis-Therapie (siehe Punkt 1) nutzt man den Biofilm dagegen als CHX-Depot. Auch den Zuckerersatzstoff Xylit mögen Karies-Bakterien nicht. Ganz neu: Antikörper-Lacke und ein veränderter, von Tabakpflanzen gebildeter Streptococcus mutans, der im dentalen Biofilm das antibakterielle Enzym Mutacin bildet.

 

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