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Gesundheit Gesund mit Enzymtherapie

Die Entdeckung des Enzyms Telomerase ist mit großen Hoffnungen verbunden, denn es soll wie ein Jungbrunnen wirken. Vielleicht kann es das Leben von Menschen verlängern, vielleicht sogar einen Durchbruch in der Behandlung von Krebspatienten bringen.
Kranke Frau im Bett fühlt ihren Hals

Telomerase ist ein Eiweißmolekül und gilt als Jungbrunnen-Enzym, weil es Alterungsprozesse reguliert. Die Entdeckung von Telomerase nährt große Hoffnungen: Kann die Medizin möglicherweise bald Krebs besiegen? Können wir Menschen bis zu 200 Jahre alt werden? Wir klären, was die Enzymtherapie wirklich kann.

Alles wird von Enzymen gesteuert

Kein Mensch, kein Tier, keine Pflanze kann ohne Enzyme existieren. Wissenschaftler vermuten, dass mindestens 15.000 unterschiedliche Enzyme an den Prozessen in unserem Körper mitwirken: Rund 30 Billiarden chemische Reaktionen werden so jede Sekunde gelenkt. Ob Atmung, Wachstum, Reizleitung in den Nerven, Heilungsprozesse nach Verletzungen oder die komplexen Abläufe des Immunsystems: Alles ist enzymgesteuert. Bisher haben Mediziner aber erst 3.000 Enzyme in deren Funktion genauer bestimmen können.

Wie funktionieren Enzyme?

Enzyme werden fortlaufend in lebenden Zellen gebildet; das ist Teil unseres genetischen Bauplans. Die Lebensdauer der unterschiedlichen Enzyme ist jedoch begrenzt. Manche existieren gerade einmal 20 Minuten, andere bleiben wochen- oder auch monatelang aktiv. Unser Körper befindet sich in ständigen Umbauvorgängen, Zellen werden laufend erneuert, damit wir weiterleben können. Dafür sind die winzigen Eiweißstoffe zuständig. Die meisten regeln Stoffwechselvorgänge des Organismus wie die Verdauung, die Reizleitung des Nervensystems oder die Atmung und beschleunigen diese. Andere steuern die Produktion von Hormonen und machen Umweltgifte und freie Radikale unschädlich, unterstützen also das Immunsystem. Außerdem können sie Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze abtöten. Vor allem sind Enzyme aber an den Heilungsprozessen von Entzündungen beteiligt. Wenn sich Muskeln, Gelenke oder Sehnen entzünden, helfen sie, die Beschwerden auszukurieren. Sie sind also ein wichtiger Unterstützer der modernen Medizin.

Wo gibt es sonst noch Enzyme?

Sie kommen überall in der Natur vor, wo Stoffwechselprozesse bzw. chemische Reaktionen ablaufen: beim Reifen von Obst, beim Abbau von Müll oder beim Gären von Alkohol. Das macht sich auch die Industrie zunutze. In Waschmitteln oder bei der Käse- und Weinherstellung werden Enzyme zielgerichtet eingesetzt. Mit ihnen wird Wäsche schon bei 20 Grad sauber, weil sie Schmutz auch bei niedrigen Temperaturen aus Gewebe lösen können. Wein, der mit Hilfe von Enzymen gärt, kann bald mittels neu programmierter Eiweißmoleküle in Geschmack und Optik verbessert werden. Und eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Tschechien, Deutschland und Japan arbeitet daran, Enzyme so zu verändern, dass sie gefährliche chemische Substanzen rascher und effizienter abbauen, als die Natur allein es könnte.

Lässt sich der körpereigene Enzymhaushalt beeinflussen?

Da in unserem Organismus nicht nur körpereigene Enzyme wirken, können wir sie auch über die Ernährung zu uns nehmen, etwa durch Salate, Gemüse und Früchte. Das funktioniert jedoch nur als Rohkost. Denn Erwärmung tötet Enzyme ab. Wird ein Lebensmittel über 45 Grad erhitzt, beginnen die Eiweißmoleküle abzusterben. Die bekanntesten frischen Enzymlieferanten sind Ananas und Papaya: Sie enthalten proteinspaltendes Bromelain und Papain, die verdauungsfördernd und entzündungshemmend wirken. Allerdings kommen nur knapp 15 Prozent im Darm an, wo sie ihre Wirkung für das Immunsystem eigentlich erst entfalten können. Der Rest wird durch die Magensäure zerstört. Bei Enzymmangel kann man mit Präparaten aus der Apotheke nachhelfen. Die Präparate sind auch die Grundlage für die „systemische Enzymtherapie“.

Die Wirkung der Enzymtherapie

Als Erfinder der Enzymtherapie gilt der Wiener Professor Max Wolf. Bereits 1940 stellte er ein Enzymgemisch her, das in fast identischer Zusammensetzung bis heute verwendet wird. Das Wissen über die Wirkung basiert vor allem auf den positiven Erfahrungen der Anwender. So belegen Studien, dass Menschen mit chronischen Entzündungen, etwa Rheuma, weniger nebenwirkungsstarke Medikamente brauchen. Auch Sportverletzungen heilen offenbar bei Enzymbehandlung schneller.

Selbstmedikation mit Beratung

Die Enzyme beschleunigen Entzündungsprozesse und treiben die Heilung voran. Bei einer Selbstmedikation mit Enzymen sollte man sich unbedingt zuvor mit dem Arzt besprechen und den Anweisungen auf der Packungsbeilage Folge leisten. Für die Einnahme empfiehlt es sich, die Arzneien rund 45 Minuten vor oder 90 Minuten nach den Mahlzeiten einzunehmen, damit sie sich nicht mit der Nahrung vermischen.