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Schmerzattacken in den Gelenken Gicht

Gicht äußert sich durch plötzlich auftretende Schmerzattacken in den Gelenken. Wie sie diese Erkrankung schon frühzeitig erkennen und was gegen die Schmerzen hilft, können Sie hier nachlesen.
Gicht

Gicht ist eine für den Patienten sehr schmerzhafte Erkrankung. Es handelt sich dabei um eine Stoffwechselerkrankung, als deren Folge sich die Konzentration der Harnsäure im Blut erhöht. Das heißt, die Harnsäure wird nicht im ausreichenden Maße über den Stoffwechsel ausgeschieden und verbleibt als Giftstoff im Körper. Die Folge davon ist eine Anreicherung von Kristallen der Harnsäure (Urate) an verschiedenen Stellen des Körpers. Meist sind davon Sehnen und Gelenke betroffen, weswegen viele die Gicht vor allem mit schmerzenden und unbeweglichen Gelenken verbinden. Gelenkentzündungen und Schäden sind tatsächlich sehr oft eine der negativen Begleiterscheinungen dieser Erkrankung. Darüber hinaus können aber auch die Nieren und die Haut betroffen sein. Eine Erhöhung der Harnsäurekonzentration begünstigt auch die Entstehung von Nierensteinen. Eine Erkrankung führt sehr oft, vor allem am Anfang zu heftigen Schmerzattacken. In den allermeisten Fällen wird die erste Schmerzattacke durch eine besonders üppige Mahlzeit oder durch übermäßigen Alkoholgenuss ausgelöst.

 

Auslöser von Gicht

Als grundlegende Ursachen für eine erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut lassen sich drei Themenbereiche abgrenzen. Meist lässt sich die Erkrankung auf eine erhöhte Aufnahme von Purinen zurückführen. Purine sind vor allem in tierischer Nahrung enthalten und entstehen in den Muskeln. Beim Verzehr der Nahrung nimmt der Körper diese Purine auf und baut sie über den Stoffwechsel zu Harnsäure ab. Hier liegt einer der Schlüssel bei der Vorbeugung gegen Gicht.

Ein zweiter Punkt ist die Entstehung von Purinen bei der Zellerneuerung. Wie im tierischen Organismus auch, sind Purine ein ganz normaler Bestandteil des menschlichen Körpers. Daher kommen diese beiden Ursachen nur dann wirklich zum Tragen, wenn die Harnsäure als Stoffwechselprodukt nicht ausreichend über die Nieren ausgeschieden wird. Bei der Gicht (Hyperurikamie) ist also das Gleichgewicht zwischen der Produktion und dem Ausscheiden von Harnsäure gestört.

Der Mediziner unterscheidet zwischen einer angeborenen Stoffwechselstörung (primäre Hyperurikamie) und der sekundären Form. Bei der erstgenannten Variante kommen ein Enzymdefekt oder eine genetische Stoffwechselkrankheit in Frage. Bei der sekundären Form sind oft andere Krankheiten als Ursache beteiligt.

 

Anzeichen einer Gichterkrankung

Die Krankheit tritt in den meisten Fällen anfangs nur an einem speziellen Gelenk auf, weswegen sie meist nicht sofort erkannt wird. Meistens ist es dann das Grundgelenk einer der beiden großen Zehen. Weitere häufig betroffenen Gelenke sind die Knie- und Fußgelenke und die Daumengrundgelenke. Gichterkrankungen treten in der Regel zuerst in der Peripherie auf, da dort der Abtransport von schädlichen Stoffen am schwierigsten ist. Gichtattacken treten oft in den Morgenstunden auf. Der Betroffene erwacht unter starken Schmerzen und registriert ein geschwollenes, extrem berührungsempfindliches Gelenk. Dieses ist zumeist teigig geschwollen, verfärbt und heiß. In vielen Fällen leidet der Patient zusätzlich unter Fieber.

Die Anzeichen und die vom Patienten geschilderten Beschwerden führen in den meisten Fällen zur richtigen Diagnose, da sie charakteristisch und unmissverständlich sind. Anhand des sehr plötzlich und sehr akut auftretenden Leidens kann der Arzt meist recht schnell diagnostizieren. In der Regel wird die Diagnose durch entsprechende Bluttests untermauert, die dann zweifelsfrei einen erhöhten Harnsäurewert dokumentieren.

 

Mögliche Therapieformen bei Gicht

Die Therapie gegen eine Gichterkrankung besteht in der Regel aus zwei parallel verlaufenden Maßnahmen. Zum Einen werden die akuten Symptome mit Medikamenten bekämpft. Hier kommen zum Beispiel Colchicin und entzündungshemmende Mittel zum Einsatz. Der Arzt kann an dieser Stelle Kortisonpräparate verschreiben oder im schlimmsten Fall direkt ins Gelenk spritzen.

Alternativ stehen auch verschiedene kortisonfreie Antirheumatika zur Auswahl. Zusätzlich kann der Arzt Medikamente verschreiben, die die Bildung der Harnsäure im Blut hemmen oder deren Ausscheidung über den Stoffwechsel begünstigen. Diese werden häufig in Kombination mit Medikamenten verabreicht, die einen erhöhte Konzentration der Harnsäure senken.

 

Gichtanfällen vorbeugen

Zusätzlich zu der medikamentösen Behandlung, die die Beschwerden mindern kann und neue Gichtanfälle vermeiden helfen soll, kann aktiv darauf geachtet werden, das Gichtrisiko zu verringern. Dafür ist es notwendig, über eine veränderte Lebensweise nachzudenken. Der Patient sollte seine Lebens- und Essgewohnheiten dem Krankheitsbild anpassen. Dazu gehört die Reduktion des Körpergewichtes, da in den meisten Fällen ein vorhandenes Übergewicht als Ursache in Frage kommt. Vermehrte Sportliche Aktivitäten fördern den Abbau des Harnsäurespiegels ebenso wie ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit über den Tag verteilt. Der wichtigste Teil ist aber die Veränderung der Ess- und Trinkgewohnheiten. Der Patient sollte den Konsum tierischen Eiweißes, die Größe der Mahlzeiten und die Menge an Alkohol drastisch reduzieren, um die Ursache und auslösenden Faktoren gleichzeitig zu bekämpfen. Purin ist auch in einigen Hülsenfrüchten und Hefe enthalten. Eine purinarme Ernährung kann das Risiko, neue Gichtanfälle zu bekommen, drastisch senken.