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Fitness Das "Medi-Swing"-Trampolin im Test

Trends gibt’s ja viele. Aber was taugen sie? Wir testen für Sie Außenseitermethoden und Produkte, die Gesundheit und Wohlbefinden versprechen. Diesen Monat: Tut das Hopsen auf dem Trampolin jedem gut?

Trampolin Test

Moment mal. Ein Trampolin gut für Rücken und Gelenke? Ich hätte das Hopsen auf einem Springtuch nicht als optimalen Sport für Bandscheibenpatienten eingeordnet. Jetzt lese ich im Internet von zwei Mini-Trampolinen, die extrem rückenschonend sein sollen – ausgezeichnet von der „Aktion Gesunder Rücken“ (AGR), einem Spezialistengremium.

Na dann – das wär's doch: Hüpfen im Trockenen zu guter Musik statt Walken im Winterregen! Das Gerät meiner Wahl heißt „Medi-Swing“, ist blau bespannt, 112 Zentimeter im Durchmesser und passt ins Schlafzimmer. Es soll noch gelenkschonender sein als „bellicon-Swing“, das Schwestermodell der Firma bellicon. Ich neige zu Kniebeschwerden und starte deshalb auch lieber vorsichtig: anfangs nur wenige Minuten zum Wachwerden.

Den wichtigsten Trick, wie selbst Arthrose-Patienten das Training schaffen, verrät die beiliegende DVD: nicht hoch springen, nur schwingen! Wie das geht, demonstriert ein netter Physiotherapeut. Beim „Grundschwingen“ wärmt man sich auf. Danach kann ich „fersenbetont“ schwingen, „wedelschwingen“ (anstrengend), auf einem imaginären Zifferblatt schreiten (gut für die Konzentration), Arme heben, senken … Und zum Abschluss auf der Sprungmatte tanzen. Alles in allem sollen schon 15 Minuten Schwingen täglich gesund sein. Äußerst sympathisch.

Langsamer Start hin, Profi-Tipps her – ich hätte geschworen, dass sich mein Knie bald meldet. Wie immer nach dem Tanzen oder Wandern. Aber: Fehlanzeige! Als hätte ich gar keinen Miniskus-Schaden. Es liegt wohl wirklich daran, dass das „Medi-Swing“ besonders weich ist. Die Matte federt auf hochelastischen Gummibändern, ich sinke tief ein. So werde ich sanfter abgebremst. Auch für über 50-Jährige, die unter Kreislaufproblemen oder Übergewicht leiden, ist „Medi-Swing“ deshalb unbedenklich. Schlechte Geräte federn dagegen hart – man hat also kürzere Bremswege und muss Belastungsspitzen für Gelenke und Bandscheiben aushalten wie beim Joggen.

Weitere Infos

Das „Medi-Swing“ ist in mehreren Größen, Gewichtsklassen und Farben erhältlich. Preis: ab 308 Euro, inkl. DVD und Handbuch. Bestellen: Tel. 0 22 03/20 22 20, www.bellicon.de

Das Trampolin im Test

Turnen auf „Medi-Swing“ soll laut Hersteller vor Allergien, Osteoporose und Diabetes schützen. Dazu lässt sich nach sechs Testwochen wenig sagen. Was ich aber sehr wohl merke: Der Rücken ist kräftiger und die Verdauung kommt auf Trab. Offenbar wirkt das Schwingen auch positiv auf die Venen, denn meine Beine werden weniger schwer. Speziell an Regentagen schwinge ich zusätzlich zum „Pflichttraining“ gern auch mal abends noch 10 Minuten. Das vertreibt Stress und schlechte Laune. Und so profitiert auch meine Familie von „Mamis Hopsen“...

Fazit: Das „Medi-Swing“ eignet sich für jedes Alter, auch bei eingeschränkter Beweglichkeit. Bei Bedarf gibt’s Randpolster und Haltegriffe. Wer keine Gelenkprobleme hat, kann das sportlichere „bellicon-Swing“ wählen. Nur einen Nachteil haben beide Modelle: einen recht hohen Preis.

Autor:
Luise Iwan-Dettmar