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Fuß-Gesundheit 5 Mythen über gesunde Füße

Jetzt zeigen die Füße wieder Haut. Doch wie gut kennen wir sie? Wir denken, sie lieben Taugras oder Sneakers. Von wegen! Schluss mit fünf Mythen.

Sie tragen uns fast 130 000 Kilometer weit durchs Leben – dreimal um die Erde. Stemmen pro Tag rund vier ICE-Züge von insgesamt 2500 Tonnen. Das alles schaffen unsere Füße mit 26 Knochen, 32 Muskeln plus Sehnen und 107 Bändern. Der Medizin geben unsere Füße kaum noch Rätsel auf. Fast alles ist erforscht. Sogar ihr Erotik-Faktor, den 52 Prozent der Bundesbürger auf einer Skala von 1 bis 5 mit dem hohen Punktwert 4 einstufen. Der medizinische Laie allerdings, der weiß nicht viel über seine Füße, sondern rankt eher Mythen um sie. Hier die fünf hartnäckigsten, die alle nicht wahr sind:   

Mythos1 

„Barfußlaufen im kühlen Taugras oder Meerwasser ist sehr gesund“

Mal raus aus den Schuhen und frische Luft schnappen – das ist tatsächlich allerfeinste Wellness für unsere Füße. Eine gesunde dazu: Barfußlaufen kräftigt das Bindegewebe, die Fußmuskulatur, Gelenke, Sehnen und Bänder. Außerdem trainiert es das physiologische und ergonomische Abrollverhalten des Fußes und beugt Deformitäten vor. Glücklich macht Barfußlaufen obendrein. Denn in der Fußsohle enden mehr als 72 000 Nervenbahnen, die direkt mit dem Gehirn verlinkt sind. Der Hautkontakt mit dem Boden aktiviert die Nervenzellen in der Fußsohle und regt im Gehirn die Produktion von Glückshormonen an. Doch auf Barfußlaufen im kühlen Gras oder Wasser stehen unsere Füße überhaupt nicht. Gut für sie ist die „Freifußkultur“ nur bei 20 bis 25 Grad. Wird’s kälter, geht der Trainings- Effekt ihres Bewegungsapparats gegen null. 

Hier erfahren Sie mehr übers Barfußlaufen. 

Mythos2

„Bequeme Schlappen und Sneakers tun den Füßen gut“

Gemütliche Bewegungsfreiheit schenken Flip-Flops, flache Sandalen oder Turnschuhe den Füßen ja schon. Doch das ist zu viel des Guten. Denn gerade weil sie keine ausreichende Unterstützung des Gewölbes haben, schwimmen sie regelrecht in den Schuhen. Das kann einen Spreiz- oder Plattfuß verursachen. Dr. Jürgen Walpert, Leitender Arzt der Abteilung für Gelenk- und Fußchirurgie, Klinik Fleetinsel Hamburg: „Und weil sich die Zehen beim Abrollen speziell in Flip-Flops krallenartig festhalten müssen, führt das mit der Zeit zu einer Hallux-valgus-Problematik.“ Im Übrigen sind „Flachtreter“, im Dauertakt getragen, sowieso nicht das Wahre. Denn allein schon dadurch können Plattfüße, aber auch Probleme mit Achillessehne und Fersen (z. B. Fersensporn) entstehen. Deshalb jeden Tag andere Schuhe tragen. Mal feste, mal leichtere, mal flache, mal  welche mit einem Absatz von höchstens 5 Zentimetern. Und am besten auch jeden Tag für ein paar Stunden in Gesundheitsschuhe schlüpfen. Die optimalen sind eine Kombination aus Relax-Zone und „Personal Trainer“. Sie sollten bequem sein und die Füße nicht einengen, sie vor allem entlang der Hauptgewölbe durch ein anatomisch geformtes Fußbett stützen und entlasten. Der ideale Gesundheitsschuh sollte die Füße beim Abrollen aber auch zu mehr Arbeit zwingen, ihren Gelenkapparat trainieren und kräftigen. Doch zu Dauerschuhen sollten auch die gesunden nicht werden: Da die meisten im Vorfuß ziemlich breit sind, kann sich ein Spreizfuß entwickeln.  

 

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Autor:
Susanne Schütte