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Gesundheit Weißer Hautkrebs fast immer heilbar

Die gute Nachricht zuerst: Weißer Hautkrebs ist fast immer heilbar – wenn er früh erkannt wird. Alles, was wir über Vorsorge und erfolgreiche Behandlungsmethoden wissen sollten, erklärt Prof. Volker Steinkraus.

Hautkrebs

Vital: Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Vom schwarzen wissen wir, dass zu viel Sonne sein Entstehen fördert. Gilt das auch für den weißen oder hellen Hautkrebs, das sogenannte Basaliom?
Prof. Steinkraus: Ja, beide entstehen in der Oberhaut, und Sonne fördert die Entstehung. Allerdings auf unterschiedliche Art. Und der weiße wird als semimaligne (halbbösartig) bezeichnet, weil er in der Regel keine Metastasen bildet. An schwarzem Hautkrebs erkranken vor allem die typischen Schreibtischsitzer, bei denen im Kurzurlaub die Sonne auf eine unvorbereitete Haut trifft. Die gestresste Haut reagiert mit Bräune, und genau hier entsteht schwarzer Hautkrebs – in den Pigmentzellen.

Prof. Dr. med. Volker Steinkraus

„Ein Haut-Screening ist einfach und äußerst effektiv“ Prof. Dr. med. Volker Steinkraus, Gründer und Leiter des Dermatologikum in Hamburg

Und wer hat ein hohes Risiko, an hellem Hautkrebs zu erkranken?
Menschen, die sich oft ungeschützt in der Sonne aufhalten, wie Gärtner oder Tennislehrer. Besonders gefährdet sind in beiden Fällen Hellhäutige mit blauen Augen. Doch generell gilt: Je häufiger jemand in der Sonne war, desto höher das Risiko. Die Summe macht es. Aus medizinischer Sicht gibt es keine gesunde Bräune. Egal, ob die kurzfristig oder langsam erworben wurde. Und: Der weiße ist viel häufiger als der schwarze Krebs. Addiert man noch die Vorstufen des weißen Hautkrebses dazu, die sogenannten aktinischen Keratosen, erkranken jedes Jahr etwa 500 000 Menschen an weißem und rund 25 000 an schwarzem Hautkrebs. Eine neue Studie besagt, der Schaden durch Sonnenbank-Besuche sei noch schlimmer als befürchtet. Ja, wobei das in besonderem Maß für den schwarzen Hautkrebs gilt.

Genug schlechte Nachrichten. Können Sie uns auch ein wenig beruhigen?
Im Gegenteil, ich will Sie dazu bringen, regelmäßig zur Hautkrebsfrüherkennungs-Untersuchung zu gehen. Dann allerdings kann ich Sie wirklich beruhigen, denn dieses Hautkrebs-Screening ist einfach und effektiv: Einmal ausziehen, und ein Dermatologe wird den Hautkrebs erkennen, denn er ist sichtbar. Seit 2008 wird die Untersuchung ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre von den Krankenkassen bezahlt. Machen Sie diesen Hautcheck unbedingt. Rechtzeitig entdeckt ist heller Hautkrebs zu nahezu 100 Prozent heilbar.

Was passiert genau bei so einem Haut-Screening?
Der Hautarzt oder ein speziell geschulter Arzt untersucht die komplette Hautoberfläche, auch zwischen den Zehen, im Mund und im Genitalbereich. Eine solche Untersuchung inklusive eines begleitenden Gesprächs dauert ungefähr 15 bis 20 Minuten. Bislang nimmt leider nur rund ein Drittel aller Berechtigten das Angebot in Anspruch.

Angenommen, der Hautarzt entdeckt etwas – wie wird heller Hautkrebs behandelt?
Aus einer verdächtigen Stelle wird eine Probe entnommen. Bestätigt sich der Verdacht, kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage. Frühformen können mit einer leichten Creme behandelt werden, die das Immunsystem aktiviert. Es gibt moderne Bestrahlungsmethoden mit Rotlicht, Laserbehandlungen und operative Verfahren. Eine effektive Alternative ist eine intensive Creme, eine Art lokale Chemotherapie. Die löst eine Entzündungsreaktion der Haut aus, die weißen Hautkrebs absterben lässt. Diese Entzündung führt aber für ein paar Wochen zu sehr starken Rötungen und ist ziemlich unangenehm. Schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, muss immer operiert werden.

Adressen
  • www.hautkrebs-screening.de Mit einer Übersicht über spezialisierte Ärzte und Praxen 
  • www.unserehaut.de Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention bietet viele Informationen zum Thema 
  • www.krebsinformation.de Das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert kostenlos über alle Formen von Krebs. Hotline 08 00/4 20 30 40

Kann aus weißem der gefährlichere schwarze Hautkrebs entstehen?
Nein, auch nicht umgekehrt, das sind zwei völlig verschiedene Arten.

Wie kann ich am besten vorbeugen?
Setzen Sie sich nicht der prallen Sonne aus. Wenn doch, dann nur geschützt durch eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 plus. Und zwar in ausreichender Menge. Faustregel: Eine 200-ml-Flasche muss leer sein, nachdem Sie fünfmal den ganzen Körper eingecremt haben.

Ist Sonnenlicht eigentlich auch gefährlich, wenn es durch eine Scheibe fällt, zum Beispiel beim Autofahren?
Nein, aber es fördert die Hautalterung. Achten Sie mal auf Taxi fahrer, die seit 40 Jahren fahren, die sind auf der linken Wange älter als auf der rechten. In Großbritannien ist das umgekehrt.

Die wichtigsten Erkennungsmerkmale auf einen Blick 

  • Gerade zu Beginn zeigt sich heller Hautkrebs nur durch eine leichte Rötung, Verhornung oder Schuppung. 
  • Weißer Hautkrebs lässt sich oft besser ertasten als sehen: Beim Darüberstreichen mit dem Finger wird eine Hautunebenheit spürbar, die Stelle fühlt sich fremd an. 
  • Besonders gefährdet ist die Haut, die oft der Sonne ausgesetzt ist wie Stirn, Nase, Ohren, Handrücken.
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