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Leben retten Knochenmarkspender gesucht!

Zu ihrem Jubiläum wollte VITAL auch anderen die Chance auf noch viele schöne Geburtstage schenken. Deshalb ließen sich Redaktions-Kolleginnen als Knochenmarkspender registrieren. Um damit Menschen wie Sylvia Weiland zu helfen, die an Krebs erkrankte.

Ein verknackster Rücken – nicht angenehm, aber auch nicht wirklich schlimm“, das dachte Sylvia Weiland aus dem bayerischen Altenstadt, als ihr im Dezember 2003 die Wirbelsäule zu schaffen machte. Mit einem stützenden Nierengurt schleppte sich die damals 42-Jährige weiter zur Arbeit. Erst als die Schmerzen immer stärker wurden, suchte sie in der Klinik Hilfe. „Hexenschuss“, lautete die Diagnose nach dem Röntgen. Eine Kernspin-Untersuchung sei nicht nötig und zu teuer.

Diagnose Leukämie

Unter diesem Namen werden verschiedene bösartige Krankheiten zusammengefasst, bei denen die Vermehrung der weißen Blutkörperchen gesteigert ist. Daher auch der Begriff „Blutkrebs“. Es gibt akute und chronische Formen. Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie – darunter viele Kinder. Die Heilungschancen hängen von der Leukämieart, dem Alter und Gesundheitszustand des Patienten ab. Für 30 bis 40 Prozent der Erkrankten kommt als Therapie eine Stammzelltransplantation in Frage. Auch bei Krebserkrankungen des Knochenmarks wie dem Plasmozytom (multiples Myelom) kann oft nur eine Transplantation helfen.

Doch trotz Schmerzmitteln wurden die Beschwerden noch heftiger. Der Anfang Januar informierte Hausarzt ordnete sofort weitere Untersuchungen an: Kernspin und Computertomografie beim Spezialisten in einer Münchener Klinik. Der bestand auch auf einer Gewebeentnahme. „Ich werde den Moment nie vergessen, als der Orthopäde mir mitteilte: ,Es tut uns leid. Sie müssen in die Tumorabteilung’“, erinnert sich Sylvia Weiland. Die Ärzte hatten einen Tumor in derWirbelsäule entdeckt, ein Plasmozytom. Bei dieser Krebserkrankung  des Knochenmarks vermehren sich entartete Plasmazellen immer stärker und bilden Antikörper, was zu Knochenschmerzen und zur Auflösung der Knochen führen kann.

Nicht aufgeben!

„Zuerst erhielt ich eine Chemotherapie mit Tabletten, dann Infusionen“, erinnert sie sich. Als beides nicht half, stand die erste Stammzellspende an, eine so genannte „autologe“. Das bedeutet: Zunächst wird dem Patienten Knochenmark entnommen und gefiltert. Anschließend erhält er eine- Hochdosis-Chemotherapie, danach bekommt er seine eigenen Stammzellen zurück. „Als auch dieses Verfahren nicht anschlug, wurde in meiner Familie nach einem Knochenmarkspender gesucht – erfolglos.“ Zu diesem Zeitpunkt hatten die Chemotherapien Sylvia Weiland bereits geschwächt. Im April 2004 startete dann eine große Suche. Sämtliche bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Tübingen registrierten Daten wurden mit denen von Sylvia Weiland verglichen. Denn wie bei der weit häufigeren Leukämie gilt auch für das Plasmozytom: Nur wenn zahlreiche Blutmerkmale übereinstimmen, verträgt der Körper des Empfängers das gespendete Knochenmark. Doch nicht immer findet sich ein passender Spender. Und bei Sylvia Weiland drängte die Zeit…

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Autor:
Eva Möller-Hübbe