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Massage Streicheln gegen Stress

In Studien wurde das „Kuschelhormon“ Oxytocin in der Haut nachgewiesen. Was das bedeutet, erklärt Forscherin Gitta Neufang.
Liebespaar liegt im Bett und kuschelt
vital: Frau Dr. Neufang, Sie haben erforscht, wie die Haut von Oxytocin profitiert.
Gitta Neufang: Ja, das ist sehr spannend. Denn bislang liegen dazu nur wenig Daten und Studien vor. Als „Kuschelhormon“ ist es bekannt, es sorgt für Bindung, wird z. B. beim Stillen ausgeschüttet. Aber es kann noch viel mehr. Oxytocin spielt bei Stress eine große Rolle. 
 
Als Gegenspieler von Stresshormonen?
Ja. Bisher ging man allerdings davon aus, dass Hormone immer systemisch, also auf allen Ebenen ausgeschüttet werden. Und wir wollten wissen, ob auch die Haut allein Stressregulatoren in sich trägt.
Gitta Neufang
Dr. Gitta Neufang ist Dipl.-Biochemikerin und Head of Medical Management bei Beiersdorf in Hamburg.
 
Haben Sie diese Regulatoren gefunden?
Ja! Wir haben die Haut in verschiedenen Stresszuständen untersucht, z. B. unter UV-Strahlen, und allen war gemeinsam, dass wir weniger Oxytocin gefunden haben. Wenn wir dagegen Oxytocin zugeführt haen, konnten wir weniger Stresshormone in den Zellen nachweisen.
 
Können wir den Level selbst beeinflussen?
Unsere Testpersonen haben sich mit einem Pinsel gestreichelt, an einem Arm. Parallel überprüen wir den Oxytocin-Spiegel. Und wir konnten tatsächlich einen höheren Wert messen. Lokal. Nur in dem gestreichelten Arm, nicht in dem anderen.
 
Welchen Effekt hat diese Erkenntnis?
Es könnte ein neuer Ansatz in der Dermatologie sein. Sie können entzündlichen Prozessen, denn die induzieren Stress, lokal entgegenwirken. Oxytocin wird direkt bei Berührung freigesetzt, bei Männern und Frauen gleich, direkt in der Haut!
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