[Alt-Text]

Therapie „Therapeutic Touch“

Handauflegen mit System: Beim „Therapeutic Touch“ entsteht zwischen Patient und Behandler ein wirksamer Energiefluss

Die Hand reichen, einander berühren, in den Arm nehmen. Wer krank ist, weiß, dass die Nähe eines anderen hilft. Und wenn es nur darum geht, sich wieder etwas wohler zu fühlen. Meistens sind es Partner, Freunde und Verwandte, die einen umarmen oder drücken. Mit „Therapeutic Touch“ (TT) erobert jetzt eine Behandlungsmethode Europa, bei der Profis Hand anlegen. TT gehört ebenso wie Reiki zu den „Energiebehandlungen“, verzichtet aber auf das Ritual der Einweihung, bei der im Reiki die Energiekanäle des Behandlers geöffnet werden sollen. Während dort die universelle Lebensenergie durch die Hände des Therapeuten in den Körper des Patienten fließt, nutzt der TT-Therapeut die eigenen energetischen Kräfte, um den Energiefluss des Patienten zu dirigieren. Der standardisierte Behandlungsablauf besteht aus vier Schritten:

1. Der Therapeut konzentriert sich bewusst auf den Menschen, den er behandelt.
2. Er schätzt dessen Energiefeld ein, indem er die Hände über den Körper führt.
3. Durch gezielte Berührung werden der Energiefluss angeregt und Blockaden ausgeglichen.
4. Der Therapeut tastet das Energiefeld erneut ab und stärkt es gegebenenfalls noch einmal.

Buch-Tipp

Dolores Krieger: „Therapeutic Touch – Die Heilkraft unserer Hände“, Lüchow Verlag, 260 Seiten, 16,90 Euro.

Hilfe durch Handauflegen

Berührung als Medizin ist so alt wie die Geschichte der Menschheit. Höhlenmalereien zeigen, dass sie schon vor 15 000 Jahren zu Heilungszwecken eingesetzt wurde. Handauflegen ist selbst heute eine gängige Praxis, sogar in Deutschland. Allerdings hat diese manuelle Therapie fast immer esoterische Züge.

„Therapeutic Touch“ ist anders. Die Methode wurde vor rund 30 Jahren von der amerikanischen Pflegeprofessorin Dolores Krieger und ihrer Kollegin Dora Kunz für den Einsatz in Krankenhäusern entwickelt. Ziel des Verfahrens ist es, Stress, Schmerzen und Ängste zu reduzieren, die Vitalität und die Selbstheilungskräfte zu stärken – begleitend zu schulmedizinischen Behandlungen und ohne spirituelle Bezüge. Selbst nach Operationen und in der Therapie von Tumorpatienten wird TT eingesetzt.

1 2 3