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Selbstmedikation mit Ölen Selbstheilung mit Düften und Aromen

Ihre starke Wirkung verdanken sie Duftmolekülen, die unser Körper seit Jahrtausenden kennt – und einem Sinn, der niemals schläft: So stärken ätherische Öle die Selbstheilungskräfte.

Lavendel

Solange wir atmen, riechen wir. Rund um die Uhr. Sogar im Schlaf. Sind wir wach, alarmiert uns Brandgeruch sofort. Ein Hauch Zimt reicht aus, um Erinnerungen an Weihnachten und Winterabende bei Bratapfel und Kerzenschein zu wecken. Kein anderer Sinneseindruck wirkt auf Körper, Geist und Seele so schnell und direkt wie ein bestimmtes Aroma. Darauf setzt auch die moderne Medizin: In immer mehr Kliniken und Pflegeeinrichtungen arbeiten mittlerweile sogenannte Aromapfleger oder -therapeuten. Mit ätherischen Ölen versuchen sie, Patienten beim Gesundwerden zu unterstützen. Mit Erfolg, wie viele Studien belegen. So senkt z.B. Lavendelöl den Schmerzmittelbedarf und wirkt bei generalisierten Angststörungen ähnlich gut wie die routinemäßig verordneten Medikamente (Benzodiazepine).

Ruth von Braunschweig überrascht das nicht. Seit mehr als 20 Jahren erforscht die Diplombiologin und Heilpraktikerin, die in Ahnatal bei Kassel lebt und arbeitet, wie ätherische Öle heilen können. „In ihnen stecken Moleküle, die unser Körper wahrscheinlich schon seit Jahrtausenden kennt“, sagt die Expertin. „Und vieles spricht dafür, dass er überall Rezeptoren, sprich Andockstellen für sie besitzt.“ Wir haben also nicht nur alle eine Nase im Gesicht, auch viele unserer Zellen können „riechen“.

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