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Natürliche Heilmittel Medizin aus dem Regenwald

Der Regenwald ist die größte Naturapotheke der Welt. Die Suche nach neuen Wirkstoffen läuft überall auf Hochtouren – und brachte bereits Erfolge

Frau im Regenwald

Zugegeben, müssten wir uns mit einer Machete durch die grüne Hölle kämpfen, würde das schon beim ersten Schritt archaische Ängste wachrütteln. Dennoch sind die urzeitlichen Tropenwälder mit ihrem ungeheuren Artenreichtum so etwas wie ein Garten Eden, die letzte Schatzkammer der Natur.

Alle Forscher sind sicher, dass der Regenwald weitere Mittel gegen Krebs und Aids hervorbringt

Ob Puerto Rico, das Amazonas gebiet, die Dschungel Indonesiens oder des Fidschi-Archipels: Die undurchdringliche tropische Vegetation bedeckt zwar nur rund sieben Prozent der gesamten Landfläche der Erde, beherbergt aber, vermuten Wissenschaftler, die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten – und ein schier unerschöpfliches Potenzial an medizinisch nutzbaren Rohstoffen. Mit deren Hilfe, davon gehen Pharmakologen aus, könnten sie Krankheiten wie Krebs, Aids, Demenz, Diabetes oder Parkinson besiegen. Und sie wollen Mittel gegen Infektionskrankheiten, neue Viren und multiresistente Keime finden, bei denen gängige Therapien versagen. Die Hoffnungen der Pharma-Industrie – und vieler Patienten – scheinen sich zu erfüllen. Schon heute enthält jedes vierte Medikament Substanzen, die aus dem tropischen Regenwald stammen.

Kolibri Zeichnung
Ein paar Beispiele: Die peruanische Katzenkralle bringt den Rohstoff für Mittel gegen Rheuma und zur Stärkung des Immunsystems hervor. Aus dem in Brasilien beheimateten Jaborandi- Strauch wird Pilocarpin gewonnen, eine Substanz, die in Augentropfen gegen den Grünen Star wirkt. Madagaskar-Immergrün liefert mit Vinblastin und Vincristin zwei erfolgreiche zytostatische Wirkstoffe gegen Leukämie, Bronchial- und Hodenkrebs. Und aus der Pazifischen Eibe kommt Paclitaxel, zugelassen für die Brustkrebs-Therapie. Aber an die medizinischen Erfolge sind ebenso große industrielle Interessen gekoppelt. Nach einer Studie des UNO-Umweltprogramms (UNEP) zur wirtschaftlichen Bedeutung des Artenschutzes steckt hinter der Nutzung dieser natürlichen Rohstoffe ein Markt, der weltweit auf jährlich 75 bis 250 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.

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