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Gesundheit Hilfe durch Hyperthermie

Spezielle Tiefenwärme, auch Hyperthermie genannt, erzeugt im Körper künstliches Fieber. Immer mehr chronische Krankheiten können damit geheilt werden. 

Frau mit Fieber

Als der Schmerz weg war, konnte ich es anfangs kaum fassen. Ich kannte das Gefühl gar nicht mehr“, erinnert sich Isabell Hardke. Seit Jahren hatte die 41-jährige Kölnerin unter Schmerzen im Unterbauch gelitten. Die Diagnosen reichten von chronischer Blasenentzündung bis Darminfektion – sie hatte eine wahre Ärzte-Odyssee hinter sich. Organische Ursachen wurden nicht gefunden. Ein Mittel gegen das Ziehen und Stechen aber auch nicht.

Bis Isabell Hardke auf Hyperthermie aufmerksam wurde – und darauf, was spezielle Wärmeverfahren z.B. mittels Mikro-, Radiowellen oder Infrarotstrahlen alles können. „Bisher war mir Hyperthermie nur aus der Krebstherapie ein Begriff. Ich wusste, dass Tiefenwärme neben Bestrahlung und Chemotherapie eingesetzt wird und mutierte Zellen außer Gefecht setzen kann“, sagt die Bibliothekarin. 

Die Natur imitieren

Das ist in der Tat der herkömmliche Anwendungsbereich der Hyperthermie. Weniger bekannt: Moderates künstlich erzeugtes Fieber wirkt bei vielen chronischen Beschwerden schmerzlindernd und heilend. Das Spektrum reicht von Asthma über Migräne bis zu Neurodermitis oder Rheuma. „Das Prinzip dahinter ist einfach und ahmt lediglich die Natur nach. Denn Fieber ist eine hilfreiche Reaktion des Körpers, die, sofern die Temperatur nicht lebensbedrohlich hoch ist, nicht unterdrückt werden sollte“, sagt der Bochumer Arzt Dr. Hüseyin Sahinbas, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie in Wilhelmshaven.  

 

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