[Alt-Text]

Moderne Heiler - Folge 3 Die Heileurythmistin

VITAL besucht Frauen, die bewusst, fernab der Schulmedizin, kaum bekannte Verfahren gewählt haben, um zu helfen. Hier sagen sie, wie es dazu kam – und wie sie behandeln. Diesmal: Laura Monserrat.

Laura Monserrat

Warm und schwer liegen die gehämmerten Kupferkugeln in den Händen. Es scheint, als würden sie mit jeder Bewegung wärmer, wie aufgeladen mit Energie: „Wer berät langen Rat, kommt zu spät mit der Tat. Wer geschwind sich besinnt und beginnt – der gewinnt.“ Ein Lächeln liegt auf Laura Monserrats Lippen, während sie das Goethe-Zitat leise und rhythmisch wiederholt und die Kugeln im Takt ihres Sprechgesangs zwischen ihren Händen und denen der Reporterin hin- und herwandern.

Wie ein Mantra klingt das, und das scheinbar so einfache Kugeln-Nehmen und -Geben verlangt volle Konzentration. „Das ist reine Übungssache“, erklärt die zarte Frau mit charmantem spanischem Akzent, „und klappt am besten, wenn man den Kopf ausschaltet. Wichtig ist, dass Sie mit der Aufmerksamkeit bei sich und ein bisschen auch bei mir sind.“ Laura Monserrats braune Augen leuchten aufmunternd, und man glaubt der Heileurythmistin aufs Wort, wenn sie sagt: „Mein Weg sind die Gefühle.“

Rudolf Steiner
Vor allem über Emotionen erspürt die 50-jährige Argentinierin – sie lebt seit knapp 13 Jahren in Deutschland – den Zugang zu ihren Schülern und Patienten. Als angestellte Heileurythmistin an der Rudolf-Steiner-Schule in München-Schwabing arbeitet Laura Monserrat tagtäglich mit Kindern und führt zusätzlich eine kleine Praxis im Münchner Osten, in der sie die anthroposophische Bewegungstherapie anbietet. „Was fehlt dir? Was bringt dich wieder in Balance?“ Diese Fragen richtet sie an ihr Gegenüber, ohne sie wirklich zu stellen. „Ich lasse erst mal mein Herz fühlen, was los ist – und natürlich achte ich auf die Diagnose des Arztes oder das Problem, das mir die Lehrer schildern“, sagt sie und nippt am Kaffee.