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Heilung Ayurveda - Quelle der Medizin

Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir Ihnen das vielleicht älteste Heilsystem der Welt vor, das viele spätere Heiler und Mediziner prägte. Zu Recht, wie immer mehr neue Wirksamkeitsstudien jetzt belegen

Ayurveda - Quelle der Medizin

Fast eine halbe Stunde lang massiert ein warmer Strahl aus Sesam- und Kräuteröl die Stirn. Wie ein Wasserfall aus purem Gold. Tiefe Entspannung stellt sich ein, Alltagssorgen verblassen… Das ist Shirodhara, der Stirnguss, jene Behandlung, an die wohl viele zuerst denken, wenn sie das Wort Ayurveda lesen. Zum Beispiel in immer mehr Hotel-Prospekten. Ayurveda boomt, Ayurveda ist chic – und verkommt so zum hippen Wohlfühl-Trend. Doch genau das ist er nicht. Nie gewesen. Dieses Missverständnis fängt schon damit an, dass viele gar nicht wissen, dass es der Ayurveda heißt und nicht das Ayurveda.

Die Idee dahinter

Die Wurzeln des Ayurveda (übersetzt: „Das vollständige Wissen über das Leben“) sind uralt. Wie alt genau, ist unklar. Meditierende Seher, so die indische Überlieferung, bekamen ihn von Göttern in Versform übermittelt. „Zu einer Zeit“, lautet eine der Strophen, „als Krankheiten aufzutreten begannen.“ Existiert Ayurveda also möglicherweise schon so lang, wie es Menschen gibt, die nach Erklärungen für Krankheit und Naturphänomene suchen? Ist er die „Mutter der Medizin“? Dr. Eckhard Moog, 77, seit fast 25 Jahren Ayurveda-Arzt in Deutschland, vom Parkschlösschen in Traben-Trabach hält das durchaus für möglich. „Ayurveda könnte tatsächlich der Ursprung der Medizin sein“, glaubt der Fachmann. „Was er Marmas nennt, sind z.B. die Großväter der Akupunktur-Punkte in der traditionellen chinesischen Medizin. Und der griechische Arzt Hippokrates war ebenfalls stark vom ayurvedischen Heilungskonzept beeinflusst, als er schrieb, dass uns Krankheiten nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel überfallen, sondern Folge fortgesetzter Fehler wider die Natur sind.“

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