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Was kann der Saft des Ahorns? Ahornsirup als Zuckerersatz

Momentan ist Ahornsirup noch ein Geheimtipp, durch seine zahlreichen positiven Eigenschaften könnte sich das aber bald ändern. Ist der Sirup wirklich so gesund, wie wir glauben oder doch nur eine süße Modeerscheinung?
Ahornsirup als Zuckererstaz

Zucker hat mittlerweile keinen guten Stand mehr in unserer Gesellschaft. Und das mit Recht! Zu viel Zucker macht dick und kann im schlimmsten Fall zu Diabetes und anderen Krankheiten führen. Deshalb suchen immer mehr Menschen einen Ersatz für gewöhnlichen Zucker. Neben Agavendicksaft, Stevia, Erythrit, brauner Zucker und Honig gilt auch Ahornsirup als gesunder Zuckerersatz und natürliches Süßungsmittel. Doch ist der klebrige Saft des Ahorns wirklich gesünder als normaler Zucker? Wir schauen genauer hin und zählen die Unterschiede der Süßstoffe auf.

Woher kommt Ahornsirup?

Faktencheck Ahornsirup

- 100 g enthalten 265 kcal

- Glykämischer Index: Mittel bis Hoch

- Wirkt: antioxidativ und entzündungshemmend

- Schmeckt besonders gut zu Pancakes und Joghurt 

Ahornsirup wird, wie der Name erahnen lässt, aus dem geerntetem Ahorn gewonnen. Abhängig von der Erntezeit entstehen unterschiedliche Qualitätsstufen. So steht der Grad AA für einen hochklassigen, hellen Sirupen mit einem fein-mildem Aroma. Der Grad A ist qualitativ ebenfalls sehr hochwertig und hat einen milden Geschmack. Grad B ist dunkel und kräftig im Geschmack. Grad C schmeckt würzig und sehr kräftig.

Der Sirup aus Kanada hat einen ganz eigenen, natürlichen Geschmack, der sich sehr von Honig und anderen Süßungsmittel unterscheidet. Das Lebensmittel ist in verschiedenen Farben von hell bis dunkel erhältlich. Je dunkler der Sirup ist, desto kräftiger und herber ist der Süßstoff im Geschmack. Die Alternative Honig hat einen weniger kräftigen Eigengeschmack.

Der gesammelte Pflanzensaft, der zum größten Teil aus Wasser besteht, wird traditionell durch Kochen über einem Holzfeuer eingedickt. Durch das Kochen tritt Karamellisation auf, die dem Maple Syrup eine feine Note verleihen. Kanada ist der weltweit größte Exporteur von Ahornsirup und gilt auch als das Mutterland. Doch Vorsicht: Der Begriff Ahornsirup ist nicht geschützt. Da der Sirup recht teuer und aufwendig in der Herstellung ist, wurde er in den letzten Jahren immer häufiger mit Zuckerwasser gepanscht. Dies verstößt gegen kein momentan gültiges europäisches Gesetz. Wenn Ihr beim nächsten Einkauf auf Nummer sicher gehen wollt, greift ausschließlich zu Bio-Ahornsirup.

Woraus besteht Ahornsirup?

Es sei hier direkt gesagt, dass Kanadischer Ahornsirup nicht als Allzweckwaffe gegen Zucker verwendet werden kann. Auch Ahornsirup besitzt einen hohen Beitrag an Zuckerstoffen. Genauer gesagt: 100 Gramm Ahornsirup enthalten 60 Gramm Kohlenhydrate. Davon sind 59 Gramm Saccharose und ein Gramm Fructose (Fruchtzucker). Saccharose ist ein Zweifachzucker, der aus Glucose und Fructose zusammengesetzt ist. Im Grunde genommen besteht das Lebensmittel damit zu 60 Prozent aus normalem Zucker. Deswegen darf er eigentlich auch nicht zu den Zuckeralternativen gezählt werden. Das kann man besonders gut am glykämischen Index, kurz GI, erkennen, bei dem Ahornsirup nicht sonderlich gut abschneidet. Der glykämische Index beschreibt Stoffe, die den Blutzuckerspiegel mehr oder weniger stark ansteigen lassen. 

Was macht Ahornsirup so besonders?

Obwohl auch Ahornsirup zu großen Teilen aus Zucker besteht, kann man ihn trotzdem als gesund ansehen. Das liegt an den zusätzlich enthaltenen Inhaltsstoffen, wie dem Vitamin B. Ahornsirup gilt, ebenso wie Honig, als antiseptisch, also entzündungshemmend. Zudem sind in ihm eine Menge Antioxidantien enthalten, welche freie Radikale in unserem Körper abbauen. Ahornsirup wirkt also dem Alterungsprozess entgegen. Allerdings erschöpfen sich hier auch schon die positiven Eigenschaften der dicklichen Flüssigkeit. Natürlich enthält Ahornsirup noch eine Menge anderer positiver Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Mangan, Kalium, Calcium und Magnesium. Diese sind allerdings nur in so geringen Mengen vorhanden, dass man Ahornsirup pur trinken müsste, um im Körper einen positiven Effekt zu erzeugen. Und dann wiegen die negativen Effekte durch den hohen Zuckeranteil eben doch höher auf.

Dennoch hat Ahornsirup weniger Kalorien als Honig, enthält keinerlei Zusätze, Farb- oder Konservierungsstoffe und besitzt viele gesunde Stoffe. Honig hingegen besitzt mehr Vitamine als der kanadische Zuckerersatz. Beide natürlichen Lebensmittel sollten trotz das sie als natürliche Zuckerlieferanten gelten, nur sparsam für das nächste Rezept gebraucht werden.

Der Ahornsirup ist zum Süßen beim Backen sicherlich eine gesunde Alternative. Wenn man sein Müsli, seinen Joghurt, seine Waffeln oder Pancakes etwas süßer im Geschmack machen möchte, dann ist Ahornsirup besser als ein Löffel Zucker. Das von vielen versprochene Wundermittel ist Ahornsirup allerdings trotzdem nicht. Zu unserem Rezept für leckeren Pancakes schmeckt der Sirup besonders gut - und komplett in der Ernährung auf ein Süßungsmittel verzichten, soll hier ja auch niemand.