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Ernährung Qualitätssiegel und ihre Bedeutung

Wir suchen Produkte ohne Pestizide, aber mit Qualitätskontrollen, von fair bezahlten Bauern mit glücklichem Vieh. Aber welchen Labels können wir trauen?
Frau kauft Milch

Mit dem Einkauf aus dem Supermarkt bringen wir die verschiedensten Gütezeichen mit nach Hause: Mehr als hundert werden in Deutschland auf verpackte Lebensmittel gedruckt. Der gerade erworbene Schwarzwälder Schinken ist von „QS“ und „Stiftung Warentest“ geprüft, von der DLG prämiert und obendrein geografisch geschützt. Ist das Produkt deshalb besser, sicherer oder leckerer als eines ohne Label?

Auf das Siegel achten

„Da gibt es keine Garantie. Produkte ohne Label sind nicht automatisch schlechter, und auch die mit Siegel fallen in Tests mal durch“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Es kommt stark auf das Siegel an: Ist es vertrauenswürdig und transparent, können Sie von einer besseren Qualität ausgehen. Häufig jedoch bleiben die Prüfkriterien undurchsichtig. Dann liegt die Vermutung nahe, dass es eher eine PR-Maßnahme ist, um den Absatz zu steigern.“ 

Der Wunsch nach Transparenz ist groß

Dass Siegel das Kaufverhalten beeinflussen, zeigte vor rund zwei Jahren eine Studie der Fachhochschule Münster mit rund 1900 Befragten. Die Ergebnisse: 77 Prozent hatten schon mal bewusst ihren Kauf nach einem Siegel ausgerichtet. Trotzdem schenken ihnen 53 Prozent kein großes Vertrauen.

„Der Verbraucher kann kaum erkennen, welches Label verlässlich ist und welches nicht“, sagt Verbraucherschützer Valet. Er wünscht sich mehr Transparenz und Klarheit: möglichst durch staatliche Siegel, etwa für regionale Produkte oder Fleisch aus artgerechter Tierhaltung. „Leider ist so etwas in nächster Zeit nicht in Sicht.“ Bis dahin hilft nur: sich genau informieren und mit dem Einkaufswagen abstimmen. VITAL hat den Siegel-Dschungel durchforscht und gibt Ihnen einen Überblick.

So kaufen Sie mit gutem Gewissen ein
Lebensmittel-Siegel

Einen Überblick über die Gütesiegel in Deutschland finden Sie in unserem Download zum Ausdrucken (siehe unten).

Die Kurzfassung: Wenn Sie auf die richtigen Siegel achten, machen Sie die Welt ein bisschen besser – und das Essen auf Ihrem Teller auch.

Obst, Gemüse und Getreideprodukte
Bio, bio, bio – der Umwelt und den Menschen zuliebe. Wer zudem regionale Ware möchte, kauft auf dem Markt beim Bio-Bauern aus der Nähe.

Milch- und Milchprodukte
Das „EU-Bio“-Siegelgarantiert artgerecht gehaltene Kühe, Schonung von Ressourcen oder Schutz vor unerwünschten Stoffen sowie Gentechnik.

Kaffee, Kakao, Schokolade oder Bananen
Aufs „Fairtrade“-Logo achten, dann ist alles in Ordnung. Und weil etwas weniger Fairness besser ist als gar keine, sind „Rainforest-Alliance“- und „UTZ-Certified“- Produkte besser als Standard-Produkte.

Fisch
Unbedingt nachhaltig gefischt kaufen, also „MSC“- oder „ASC“-zertifiziert.

Fleisch
Auch hier lohnt sich Bio. Vertrauenswürdig ist „Neuland“-Fleisch und jedes Produkt mit dem Label „Für mehr Tierschutz/Premiumstufe“.

Regional einkaufen
Meist eine gute Wahl. Aber nehmen Sie die Label auf abgepackter Ware genau unter die Lupe, derzeit gibt es kein wegweisendes Siegel.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Siegel und deren Bedeutung:

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Autor:
Katrin Steffens