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Ernährungs-Check So essen Sie sich gesund

Effektiver als mit der Wahl der besten Lebensmittel können Sie sich kaum vor Krankheiten schützen. Das bedeutet nicht Verzicht, sondern Genuss. Die neue VITAL-Serie sagt, wie’s geht.

Gesunde Ernährung

Bei den Brüdern Grimm ist alles ganz einfach: Stiefmütter, Hexen und Wölfe sind böse. Feen, Müllerstöchter und Prinzen sind gut. Solche Klarheit wünscht sich wohl auch der eine oder andere Ernährungswissenschaftler. Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sind gut. Fett, Zucker, Fast Food und Fertigprodukte sind böse. Aber so einfach ist es eben nicht. Im Gegenteil: In immer mehr Studien wird untersucht, welche Lebensmittel etwa vor Krebs, Schlaganfall oder Alzheimer schützen – und mit jedem neuen Ergebnis wird die Sache eher komplizierter. Für die Forscher. Und für uns, die Otto-Normal-Esser, die sich täglich fragen: Was ist wirklich gesund?

Für wen welches Fett riskant ist, wissen die Forscher nach wie vor nicht genau

Beim Thema Übergewicht geht es mit der Verunsicherung schon los. Fakt ist: Viele Deutsche werden dick und dicker. Waren vor zehn Jahren 45 Prozent übergewichtig, haben inzwischen schon 51 Prozent einen Body-Mass-Index, kurz BMI, über 25, meldete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden Anfang Juni. Aber: „Immer mehr Studien zeigen, dass die Messung des BMI nicht alles ist“, sagt Dr. Harald J. Schneider, En dokrinologe am Klinikum der Uni München. „Er spielt z.B. keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen.“ Andere Daten beweisen sogar, dass leicht Übergewichtige schwere Krankheiten öfter überleben. Was stimmt denn nun?

„Es ist eine Frage der Fettverteilung“, sagt Dr. Mathias Faßhauer, Leiter der Adipositas-Ambulanz der Uniklinik Leipzig. „Sitzt es am Bauch, an oder in den Organen, führen schon wenige Kilo zu erheblichen Folgeerkrankungen.“ Das gilt allerdings nicht für „braunes Fett“, das Forscher 2009 aufspürten, denn diese Art Fett verbrennt pro Tag bis zu 200 Kilokalorien. Es macht also schlank! Alles klar? Wohl kaum. „Wir müssen herausfinden, für wen Fett wirklich gesundheitlich riskant ist und bei wem Übergewicht nur ein äußeres Merkmal ist“, fordert Dr. Faßhauer. Keine leichte Aufgabe.

Ähnlich sieht es bei den Vitaminen aus. Jahrelang galten sie als wahre Wunderwaffe, denn sie können schädliche Sauerstoffverbindungen im Körper abfangen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, sogar Krebs sollten sie so verhindern. Kein Wunder, dass fast 28 Prozent der Deutschen Vitaminpillen schlucken, pro Jahr im Wert von 800 Millionen Euro, wie die Nationale Verzehrstudie 2008 nachweist. 

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