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Ernährung Obst trinken oder essen?

Keine Lust zum Schälen – dann nehmen wir gern Smoothies, Lassis und Joghurt-Drinks aus dem Kühlregal. Aber der erste Eindruck in puncto Gesund-Effekt und Zutaten kann täuschen.
Frau trinkt einen Smoothie

Sie stehen oft gleich am Eingang beim Obst: bunte Fläschchen mit Smoothies, dem angesagten Getränk aus Früchten und Fruchtsaft. Etwas weiter, bei den Milchprodukten, finden die Kunden hohe To-go-Becher mit Lassi, dem Exoten unter den Drinks. Daneben, bei den Quarkspeisen, warten Joghurts, die nicht gelöffelt, sondern getrunken werden. Lecker sehen sie alle aus, und gekühlt schmecken sie am besten. Doch trotz vielversprechender Zutaten sind sie nicht automatisch gesund.
Ein fein abgestimmtes Früchtepüree: Smoothies werden üblicherweise aus ganzen Früchten ohne Schale und Kerne zubereitet. Das Obst wird püriert und mit Fruchtsaft gemischt. Basis aller Smoothies: Banane und Apfel. Die schmecken süß und liefern Pektine, die das Getränk „smooth“ – sämig – machen. Je nach Sorte kommen Beerenfrüchte, Trauben, Mangos, Kiwis, Ananas oder Kokosmilch dazu. Und obwohl die Früchte viel Eigengeschmack mitbringen, werden manche Smoothies zusätzlich mit Aromen versetzt.

Das enthält ein Smoothie

Erdbeer Smoothie
Was ein Smoothie enthält, entscheidet der Hersteller. Eine verbindliche Regelung existiert bisher nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät zu Produkten mit hohem Ganzfruchtanteil. Das bedeutet: Der Fruchtanteil sollte mindestens zur Hälfte aus Obstpüree, Obstmark oder -stücken bestehen, denn vor allem die bringen Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe mit.
Die Zutatenliste auf dem Etikett verrät, welche Ganzfrucht- und Saftanteile der Smoothie enthält. So zusammengesetzte Smoothies können laut DGE hin und wieder eine oder zwei der täglich empfohlenen fünf Obstportionen ersetzen. Aber bitte nicht mehr. Denn Fruchtdrinks sättigen definitiv weniger als frisches Obst, weil das lange gekaut werden muss und somit den Magen viel länger beschäftigt. Ein weiterer Nachteil: Smoothies enthalten reichlich Zucker. Zwar werden sie nicht extra gesüßt, aber der Fruchtzucker im Obst kann in großen Mengen ebenfalls dick machen. Umgerechnet stecken gut 13 Stückchen Würfelzucker in einem Smoothie (330 ml).


Obst mit einem Schuss Joghurt oder Milch

Lassis und Joghurt-Drinks liegen ebenfalls im Trend. Grundlage der Lassis, deren Rezept ursprünglich aus Indien stammt, ist sämig gerührter Vollmilchjoghurt. Dazu kommen pürierte Beeren, Mango- oder Ananasstücke, Kokosmilch, raffinierte Chai-Gewürze oder ein Auszug aus Rosenblüten sowie Verdickungsmittel, damit der Lassi soft aus dem Becher fließt. Joghurt-Drinks, ebenfalls aus dem Kühlregal, werden meist aus entrahmter Milch und Fruchtkonzentraten oder Fruchtpürees angerührt. Auch ihnen verhilft ein Verdickungsmittel zur trinkbaren Konsistenz. Meist kommen zu Kirschen, Erdbeeren oder Himbeeren noch Zusatzstoffe wie Stabilisatormittel, Säureregulatoren sowie Süßstoffe hinzu. Wer das alles nicht essen möchte: Bio-Anbieter verzichten auf die meisten dieser Zusätze.

Die Zuckerfalle

Lassis und Joghurt-Drinks enthalten viel Zucker oder eine entsprechende Menge Süßstoff. Lassis werden mit Haushalts- oder Rohrohrzucker gesüßt, Trinkjoghurts meist mit einem Mix aus Traubenzucker, Glukose - Fruktose- Sirup und Zucker. Je nach Becher - oder Flaschengröße kommen so einige Kalorien zusammen: 250 ml Lassi können 10 Stück Zucker enthalten, 500 ml Joghurt-Drink sogar bis zu 23 Stück. Mit rund 80 Kalorien je 100 Gramm entspricht der Kaloriengehalt von Lassis und Drinks zwar in etwa dem von Fruchtjoghurt, doch meistens trinken wir deutlich mehr davon.

Das Fazit: Ab und zu Smoothies, Lassis und Joghurt-Drinks zu trinken ist völlig okay, eine Abwechslung mit gesundem Mehrwert. Wegen ihres oft hohen Zuckergehalts und dem relativ hohen Preis können sie aber frisches Obst, Gemüse und Milchprodukte nicht ersetzen.

Noch mehr Infos über versteckte Zuckerfallen verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Die Alternative: selbstgemachte Smoothies zum Abnehmen

Eine echte Alternative zu den zuckerhaltigen gekauften Smoothies sind selbstgemachte Smoothies, die man selbst frisch zubereitet. Lässt man den Zucker weg, können diese tatsächlich als Schlankmacher dienen. Rezepte für selbstgemachte grüne Smoothies finden Sie hier >>    

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