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Energie: Bewegung Sport - Die beste Medizin

Vor allem Ausdauertraining, aber auch jede andere Form von Bewegung kann die Gesundheit erhalten und Krankheiten lindern. Aber was passiert da genau in Ihrem Körper? Wir sagen es Ihnen.
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Schlank, schön, schlau und dazu noch fit wie ein Turnschuh – eine Pille, die uns das verheißt, würden wir alle sofort kaufen. Leider lässt sich eine Medizin mit diesen Wunderkräften nicht in die bequeme Pillenform pressen. Sie bekommen das Wunder nur als Belohnung für etwas Anstrengung. Die Zauberformel lautet: bewegen! „Körperliche Fitness ist heutzutage der wichtigste Baustein, um gesund zu bleiben“, sagt Prof. Dr. Christine Graf von der Deutschen Sporthochschule Köln. Sportlich aktive Menschen bleiben auch im Alter leistungsfähig, neigen seltener zu Depressionen und Bewegungsmangelkrankheiten und weisen eine längere Lebenserwartung auf. Zahlreiche Studien belegen diesen Zusammenhang. Die komplexen Auswirkungen beziehen praktisch jedes Organsystem des menschlichen Körpers ein. „Am bekanntesten ist sicherlich der Effekt auf das Herz-Kreislauf-System“, so die Sport- und Ernährungsmedizinerin. „Der Herzmuskel wird besser durchblutet, Blutdruck und Puls sinken, die Muskeln in den Gefäßwänden werden regelrecht trainiert.“ Das beugt Arteriosklerose vor und schützt somit vor Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Britische Forscher wiesen zudem nach, dass Bewegung auch in der Rehabilitationsphase nach einem Schlaganfall mehr bringt als eine medikamentöse Therapie.

Fitnessübungen im Alltag
Sportlerin hält sich den verletzten Knöchel
Als zweiten Pluspunkt nennt Prof. Graf die Wirkung auf den Stoffwechsel: „Durch sportliche Betätigung verändert sich die Körperkomposition. Mehr Muskulatur, weniger Fett – das heißt eben auch mehr Stoffwechsel.“ In der Folge steigt das „gute“ HDL-Cholesterin, während das „böse“ LDL- Cholesterin sinkt. Auch der Blutzuckerspiegel fällt. Kein Wunder, dass in den offiziellen Leitlinien der Diabetes-Therapie (Typ 2) Ausdauer- und moderates Krafttraining empfohlen werden.

„Drittens aktiviert moderate sportliche Betätigung die weißen Blutkörperchen“, erklärt die Expertin, „sowohl zahlenmäßig wie auch hinsichtlich ihrer Funktionen.“ Das stärkt die Selbstheilungskräfte und beugt u. a. Tumorerkrankungen vor. Prof. Graf: „Im Zusammenhang mit einer Tumortherapie kommt es vor allem bei Brust- und Darmkrebs seltener zu einem erneuten Ausbruch der Krankheit.“ Die Deutsche Krebshilfe gab ihrem neuen Präventionsratgeber „Schritt für Schritt“ aus gutem Grund den Untertitel „Mehr Bewegung – weniger Krebsrisiko“ (den können Sie kostenfrei bestellen bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, oder unter (www.krebshilfe.de/wir-informieren).

Der vierte Vorteil: Das Osteoporose-Risiko sinkt. „Wenn die Muskulatur am Knochen zieht, regt ihn das zur Neubildung an“, erklärt die Expertin. Auch Bandscheiben und Knorpel bleiben nur durch den massierenden Druck von Bewegungen lange gut ernährt und somit belastbarer. Dagegen schadet ein Mangel an Bewegung Muskeln, Gelenken und Knochen ebenso wie Verletzungen durch Über- oder Fehlbelastung.

„Außerdem wird im Gehirn die Durchblutung verbessert, und die Nervenzellen vernetzen sich stärker“, so Christine Graf weiter. „Das Belohnungssystem des Körpers spricht auf körperliche Aktivität an. Es werden vermehrt gute Botenstoffe ausgeschüttet, z. B. Endorphine und Serotonin.“ Dieser fünfte Vorteil begründet den positiven Einfluss von Sport bei Depressionen und möglicherweise auch Alzheimer.

Übrigens können Sie in jedem Alter noch aktiv werden. „Dafür ist es nie zu spät. Regelmäßige Bewegung hat immer und bei jedem Vorteile“, betont Prof. Graf. „Suchen Sie sich eine Sportart aus, die Ihnen Spaß macht“, rät sie und empfiehlt: „10 000 Schritte am Tag gehen oder 150 Minuten Sport pro Woche wären ein gutes Ziel. Wenn Sie abnehmen möchten, müssten es allerdings 13 000 Schritte am Tag oder mindestens 300 bis 420 Minuten Sport in der Woche sein. Aber schon die Steigerung um 1000 Schritte mehr am Tag hat einen gesundheitlichen Nutzen.“ Bei Vorerkrankungen oder um zu schauen, ob bei Herz und Kreislauf alles stimmt, können Sie zunächst eine Sportvorsorgeuntersuchung machen lassen.

 

Bei typischen Verletzungen

ZERRUNGEN, PRELLUNGEN
Befolgen Sie die „PECH“- Regel: Training unterbrechen (Pause), kühlen (Eis), Druckverband anlegen (Compression) und ruhigstellen (Hochlagerung). Schmerzsalbe mit Beinwellwurzel-Extrakt (z. B. in „Kytta“, in Apotheken) wirkt laut Studien so gut wie chemische Wirkstoffe. Auch von innen her lässt sich die Heilung beschleunigen, z. B. mithilfe von Arnika, Eisenhut, Sonnenhut und Zaubernuss in Tablettenform (z. B. „Traumeel“, in Apotheken).
 
MUSKELKATER
Entzündungen durch Mikroverletzungen im Gewebe heilen mithilfe von Enzympräparaten besser ab (z. B. „Wobenzym“, in Apotheken). Massagen richten eher noch mehr Schaden an. Besser: ein Saunabesuch oder warmkalte Wechselduschen. Wenn Sie regelmäßig die Magnesiumspeicher auffüllen (z. B. mit „Magnesium-Diasporal“, in Apotheken), beugen Sie Krämpfen vor.
 
ÜBERLASTUNG
Viele Betroffene nehmen bei Arthrose instinktiv eine Schonhaltung ein – obwohl sich gerade Bewegung positiv auf die Knorpel auswirkt. Physiotherapeuten können Ihnen passende Übungen zeigen, mit denen Sie gezielt die Qualität des Gelenkpuffers steigern können. Eine gute Ergänzung: spezielle Nährstoffkombinationen (z. B. in „Orthomol arthroplus“, jetzt auch als Milchproteinriegel, in Apotheken).
 
SEITENSTECHEN
Über die Ursache streiten die Experten, doch Einigkeit herrscht darüber, dass ein voller Magen das größte Risiko darstellt. Oder wenn Sie gleich am Anfang zu viel Gas geben. Reduzieren Sie bei Seitenstechen das Tempo und atmen Sie ruhig weiter. Profi-Tipp: Die Hand der Seite, an der es zwickt, so fest es geht in der Luft zusammenpressen. Meist lässt der Schmerz dann schnell nach.
 
BLASE
Auf keinen Fall aufstechen! Das erhöht das Infektionsrisiko. Kleben Sie stattdessen ein spezielles Blasenpflaster auf (z. B. von „Hansaplast“, in Apotheken). Das schirmt die Stelle gegen weiteren Druck ab, was den Schmerz stoppt. Außerdem beschleunigt es die Heilung, weil sich die Haut ungestört regenerieren kann.