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Beschwerden Sport gegen Krankheit

Klar wissen wir: Regelmäßige Bewegung beugt vielen Krankheiten vor. Dass Sport in bestimmten Fällen sogar gegen akute Beschwerden hilft, ist weniger bekannt.

Joggende Frau

Sich regen bringt Segen: Das kennt jeder, der den Bürostress beim Zumba hinter sich lässt oder die wohlige Erschöpfung nach der Nordic-Walking-Runde genießt. Das Training hat einen Wohlfühleffekt und beugt langfristig diversen Krankheiten vor. Doch viele schonen sich lieber, wenn’s ihnen mal nicht gut geht. Dabei ist Sport bei einigen akuten Beschwerden durchaus sinnvoll. Wann genau und welche Sportart dann was bringt, erfahren Sie hier.

Regelschmerzen

Vom Schulsport befreit wegen der Monatsblutung – das ist noch immer üblich, obwohl Bewegung gegen Menstruationsbeschwerden hilft. Krämpfe und Schmerzen entstehen, weil sich die Muskulatur der Gebärmutter
während der Regel zusammenzieht und schlechter durchblutet wird. Raffen wir uns trotzdem zum Sport auf, regt das die Durchblutung an, die Muskeln entspannen sich. Noch ein Plus: Viele Frauen fühlen sich dank Sport während der Tage und auch bei prämenstruellen Beschwerden deutlich ausgeglichener. Eine optimale Sportart gibt es nicht: Der einen hilft Yoga, der anderen ein langsamer Dauerlauf.

Stopp bei Erkältungen

Dr. Thomas Schramm, Sportmediziner und Kardiologe aus Köln-Rodenkirchen: „Während der Anstrengung kann sich der Körper schlechter gegen Krankheitserreger wehren. Haben die sich schon festgesetzt, werden sie mit dem rascher kreisenden Blut im Eiltempo im ganzen Körper verteilt. Deshalb bricht ein Infekt häufig nach dem Training erst so richtig aus. Erkältungsviren können sogar
eine gefährliche Herzmuskelentzündung (Myokarditis) auslösen. Deshalb rate ich, bei den ersten Anzeichen einer Erkältung konsequent eine Auszeit zu nehmen.“

Nacken- und Kreuzschmerzen

Meistens stecken harm lose Ursachen dahinter, wenn es irgendwo im Rücken zwickt: Oft machen schlicht Fehlhaltungen und Bewegungsmangel den Wirbelgelenken und den kleinen Haltemuskeln der Wirbelsäule zu
schaffen. Beim Sport lösen sich Verhärtungen, und winzige Entzündungen an Nerven oder Gelenken bilden sich schneller zurück, weil der Körper entzündungshemmende Botenstoffe bildet. Optimal dafür: sanfte, kontrollierte Bewegungsabläufe, etwa Gymnastik, Tai-Chi oder Schwimmen. Gerätetraining eignet sich weniger. Wichtig ist, zunächst durch eine ärztliche Untersuchung sicherzustellen, dass kein Bandscheibenvorfall die
Schmerzen verursacht.

Schlafstörungen durch Stress

Wer unter Strom steht, kann durch viel Bewegung das Stresshormon Cortisol abbauen. Kürzlich bestätigte eine Studie an den Universitätskliniken in Basel, wie sehr Burn-out-Patienten von einem ausgiebigen Sportprogramm profitieren. Sie mussten mehrmals pro Woche intensiv trainieren – und wurden für ihre schweißtreibende Aktivität mit einer längeren Tiefschlafphase und rascheren seelischen Regeneration belohnt. Erste Wahl: Laufen, Walken, Radfahren. Aber auch Muskeltraining und progressive Muskelentspannung helfen, die Überdosis Stresshormone loszuwerden.

Niedriger Blutdruck

Schwindel, Müdigkeit, Wetterfühligkeit – typisch für flauen Blutdruck. Werden Herz und Gefäße regelmäßig trainiert, können sie sich wechselnden Anforderungen besser anpassen, auch ohne dass der Blutdruck steigt.
Ein wirksames Kreislauftraining bieten Sportarten, die gleichzeitig viele Muskelgruppen beanspruchen, etwa Schwimmen. Der Wasserdruck hält zudem die Gefäße elastisch. Radfahren verhindert, dass das Blut in den Beinen „versackt“. Auch Gymnastik trainiert durch den Wechsel von Beund Entlastung die Gefäße. Ebenfalls geeignet: Wandern oder Nordic Walking. Vorsicht vor hoher Dauerbelastung wie beim schnellen Joggen, denn nach der Anstrengung kann es zu einem raschen Blutdruckabfall kommen. Auch Belastungsspitzen wie beim Muskeltraining mit schweren Gewichten schaden eher.

Kopfschmerzen

Sich bewegen, obwohl der Kopf dröhnt? Gern, solange Sie nicht an Migräne leiden, bei der Anstrengung die Beschwerden verschlimmert. Spannungskopfschmerz dagegen geht mit verhärteter Muskulatur in Schultern
und Nacken und einer schwächeren Hirndurchblutung einher. Zeit für Yogaübungen oder Tai-Chi. Vorsicht bei anstrengendem Ausdauersport! Einen Versuch wert: leichtes Lauftraining, Walken oder Radeln.

Chronische Beschwerden

Wer oft Schmerzen hat, bewegt sich meist übervorsichtig, doch vieles ist erlaubt. Arthrose-Patienten nützt ein leichter Sport wie Nordic Walking oder sanftes Muskeltraining, weil der Bewegungsreiz die Bildung von Gelenkschmiere anregt. Bei Arthritis wirken langsame Bewegungsabläufe (ebenfalls Nordic Walking, Aquatraining) Schmerzen und Entzündung entgegen. Gegen Migräne kann leichtes Ausdauertraining helfen: Nach einer
Kieler Studie reduziert es die Anfälle um bis zu 45 Prozent. Mäßiger Ausdauersport senkt auch einen zu hohen Blutdruck, indem er das vegetative Nervensystem beruhigt. Dadurch verengen sich die Gefäße weniger, und die gefürchteten Blutdruckspitzen treten seltener auf.


 

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