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Klettern Klettertipps für Anfänger

Klettern ist das perfekte Training für den Rücken, denn es bringt Kraft und Körpergefühl. VITAL-Autorin Michaela Rose ging für uns die Wände hoch

In der Vertikalen die eigenen Grenzen verschieben – das lockte mich und meine journalistische Neugier zur Kletterrückenschule in die Berliner Kletterhalle „Magic Mountain“. „In der klassischen Rückenschule hat man früher das rückenfreundliche Heben gelernt“, erklärt Grischa Neubert.

Interview: "Die Sinne anschalten"

Diplomsportwissenschaftler und Klettertherapeut Grischa Neubert über die Vorzüge des Aufsteigens

  1. Warum Klettern als Rückenschule? Klettern ist Körpererfahrung: Ich schalte meine Sinne an, um Kraft zu sparen. Das kann ich auf den Alltag übertragen und ein rückengesundes Verhalten fördern. Viele Menschen spüren ihre Sinne kaum noch, verlassen sich einzig auf den Schmerz als Feedback.
  2. Ist Klettern besser als Krafttraining? Es ist einfach anders. Zusätzlich zur Kräftigung wird der ganze Körper in Anspruch genommen, und ich muss mich permanent an wechselnde Belastungen anpassen. Das verbessert Wahrnehmung, Bewusstsein und Körperkontrolle.
  3. Für wen ist Klettern geeignet? Als präventives Angebot für Leute ohne akute Beschwerden. Die Rotationsbewegungen beim Klettern mag eine beschädigte Bandscheibe nicht unbedingt. Das sollte ein Arztbesuch vorher auf jeden Fall ausschließen.

Kletterschulen finden Sie unter: www.climbing.de, www.alpenverein.de

„Heute bringen wir den Teilnehmern viel komplexere Situationen über den einfachen Weg des Kletterns bei, die sie dann auf ihren Alltag übertragen können.“ An der Wand geht es eben um mehr als nur das schnöde Bücken aus den Knien. Arme und Beine sind permanent in Bewegung, die Körperhaltung verändert sich dauernd, die Belastung muss ständig neu austariert werden. Man spürt den Körper in anderen Dimensionen.

Das Déjà-vu erwischt mich an der Kletterwand in fünf Meter Höhe: Als Kind war kein Baum vor mir sicher, überall musste ich partout raufklettern. Nur runter mochte ich nie – ich wollte einfach nicht loslassen. Nur sitze ich jetzt in keiner bequemen Astgabel, sondern hänge an der senkrechten Wand, gesichert nur durch ein Seil. Umgeben von bunten Knubbeln in unterschiedlichsten Formen. An zweien klammern sich meine Finger fest, auf zwei weiteren balancieren meine Fußspitzen. Ich will hier runter – aber wie? „Lass einfach los“, fordert Kletter-Experte Grischa Neubert fünf Meter unter mir. Macht der Mann Witze? Wie bin ich hier oben nur gelandet?

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