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Nachhaltigkeit Mehrweg hat Mehrwert

Tendenz steigend: Pro Jahr entsorgt jeder von uns etwa 70 Kilo Verpackungsmüll. Definitiv zu viel, findet VITAL-Mitarbeiterin Vera Vaelske und macht sich schlau.

Recyclingmüll

Eigentlich halte ich mich für recht umweltbewusst. Zum Einkaufen nehme ich Stofftaschen statt Plastiktüten, kaufe Pfandflaschen und vermeide überflüssige Verpackungen. Damit mache ich doch alles richtig. Trotzdem wundere ich mich jedes Mal, welche Menge Abfall ich nach nur einem Einkauf mit nach Hause bringe. Ich hab’s ausgewogen: 650 Gramm. Papier, Metall oder Glas sind eher selten dabei; das meiste ist Plastik. Zum Beispiel mein Mineralwasser, das ich, wie viele Verbraucher, in Plastikflaschen kaufe. „Die meisten Plastikflaschen sind trotz Pfand Einwegflaschen. Kaufen Sie möglichst die Mehrwegvariante“, sagt Maria Elander, Leiterin des Bereichs Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Denn Einweg-Pfandflaschen werden sehr energieintensiv hergestellt und nur einmal befüllt. Nach dem Zerkleinern wird nur ein kleiner Teil zu neuen Einwegflaschen verarbeitet. Der Rest endet z.B. in Fleecepullovern oder Regenschirmen.

Wer noch umweltfreundlicher einkaufen will, greift zur Glasflasche. Die ist im Durchschnitt acht Jahre im Handel unterwegs und wird in dieser Zeit etwa 50-mal neu befüllt. Plastik- Mehrwegflaschen kommen dagegen nur auf 10- bis 25-mal Nachfüllen. Weiterer Nachteil: Plastikflaschen können immer nur für das gleiche Getränk genutzt werden, da sich sonst der Geschmack über das etwas poröse Material auf andere Getränke übertragen würde. Ein Problem, das sich bei Glasflaschen nicht stellt.