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Ernährung Honig aus der Bio-Imkerei

Bienen sind lebenswichtig für uns. Sie können viel mehr als einfach nur Pollen sammeln. Allerdings sind sie bedroht. VITAL-Redakteurin Imme Bohn traf eine Imkerin und ihr Volk   

Bio-Honig 1

Angst vor Bienen? Nein, die hatte ich eigentlich nie. Und so stelle ich mich voller Vertrauen neben Sabine Wendt, als sie behutsam einen Bienenkasten öffnet. Die 47 Jahre alte Frau ist Bio-Imkerin auf einem demeter-Hof in Sörup, kurz vor der dänischen Grenze. Sie nähert sich ihren Bienen mit viel Ruhe und ohne den typischen Imkerschleier vor dem Gesicht. Sie entzündet den mit Papier und Dinkelspelzen gefüllten sogenannten „Smoker“ und pustet etwas Rauch in Richtung Stock. „Jetzt denken die Bienen, es brennt im Wald, und ziehen sich schützend um ihre Brut zusammen“, erklärt sie, während sie langsam einen Wabenrahmen aus dem Kasten zieht. Emsig bewegen sich darauf hunderte von Insekten.  

Das Bienenleben ist kein Honigschlecken  

16 Völker hat die Imkerin. Jetzt im Sommer fliegen sie Millionen von Blüten für den Honig an. Doch das Bienenleben ist nicht so sorglos, wie es  scheint: Weltweit gibt es nach aktuellen Erkenntnissen zwar mehr Honigbienen – in Ländern, in denen hochintensive  Landwirtschaft betrieben wird, nimmt ihre Zahl aber ab. Was das für den Menschen bedeutet, soll der Physiker Albert Einstein so formuliert haben: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine  Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“ Ein Gedanke, den Professor Dr. Jürgen Tautz, Bienenforscher im Team „BEEgroup“ an der Universität Würzburg, bestätigt. „Ohne Honigbienen sind die Menschen in Zukunft nicht satt zu kriegen“, sagt er. Denn weltweit nehmen Bienen durch die Bestäubung Einfluss auf unsere Nahrungsproduktion. „Jeden dritten Bissen, den wir essen, verdanken wir ihrer Arbeit“, so Jürgen Tautz. Die meisten Obst- und Gemüsesorten hängen von der Bestäubung ab. Das gilt auch für Tierfutter wie Klee – und damit genauso für die Milch- und Fleischproduktion. In den USA wird die Arbeit der Bienen schon im großen Stil vermarktet: Berufsimker fahren tausende von Stöcken per Lastwagen quer durchs Land – von der Zitronenblüte in Florida zur Mandelblüte nach Kalifornien.

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Autor:
Imme Bohn