[Alt-Text]

Porträt Gentechnik-Gegnerin Lea Hinze

Sie kämpft auf dem Feld und vor Gericht, doch ihr Gegner scheint allgegenwärtig und unaufhaltsam: die Gentechnik. Für ihre Überzeugung riskiert die Aktivistin Lea Hinze viel. Das Porträt einer starken Frau.

Lea Hinze

Atempause. Das war das Wort, das Lea Hinze in den Kopf schoss, als Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner 2009 den Anbau von Gen-Mais verbot. Eine kurze Atempause. Bevor es wieder losgeht. Bevor es vielleicht noch schlimmer wird. Lea Hinze sollte recht behalten. Nur ein Jahr später wuchs in Niedersachsen auf zahlreichen Feldern gentechnisch veränderter Mais. Ein Missgeschick, behaupteten Saatguthersteller und Landwirtschaftsministerium. Kalkül, sagt Lea Hinze.

Schlossherrin in Gummistiefeln

Die 32-Jährige zählt zu den aktivsten Gentechnik-Gegnerinnen Deutschlands. Sie empfängt uns in grünen Gummistiefeln in ihrem Zuhause: dem mehr als 1000 Jahre alten Schloss Tonndorf, 20 Kilometer von Erfurt entfernt. Dort lebt sie mit ihrem fünfjährigen Sohn Jonas und weiteren 15 Familien, die die historische Immobilie vor sechs Jahren als Genossenschaft gekauft haben und seither schrittweise sanieren. Doch das Schlossleben ist nur bedingt romantisch. Lea wohnt mit Jonas in einem kleinen Raum mit angrenzendem Schlafzimmer und Gemeinschaftsbädern. Ohne Zentralheizung. Warm wird es bei ihr nur, wenn sie vorher Holz gehackt und den Ofen angefeuert hat. Die steinerne Bank rund um den Ofen ist immer heiß begehrt, der Zwiebellook als Kleidungsstil ab September unerlässlich. Die Wahl ihres Zuhauses verrät viel über Lea Hinze: Für ihre Ideale geht sie auch unbequeme Wege.

Schlagworte: