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Probleme beim Atmen Nasennebenhöhlenentzündungen

Nasennebenhöhlenentzündungen sind oft sehr langwierig und besonders, wenn Sie chronisch werden, eine Qual. Antibiotika helfen in diesem Fall leider nur selten. Eine neue Therapie bringt nun den langersehnten Heilungserfolg.
Frau im Herbst-Wald

Der Druck auf Stirn und Wangen ist unerträglich, die Nase ist verstopft, Kopf und Gesicht schmerzen bei jeder Bewegung. Man fühlt sich müde, schlapp und fiebrig. Jeder siebte Deutsche leidet mindestens einmal im Jahr unter entzündeten Nasennebenhöhlen (med.: Sinusitis). Ein Drittel der Betroffenen wird die Krankheit überhaupt nicht mehr los. Antibiotika bringen da oft auch nichts. Aber wie kann die moderne Medizin helfen? Eine moderne Therapie verspricht langfristigen Heilungserfolg:

Neue Therapie heilt chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Seit etwa einem Jahr setzen HNO-Ärzte ein neues, minimal-invasives Verfahren ein, um die blockierten Gänge der Nasennebenhöhlen schonend zu erweitern. Das ist die sogenannte Ballon-Sinuplastik. „Dieses Verfahren löst die klassischen chirurgischen Techniken ab oder ergänzt sie“, erklärt der Münchner Sinusitis- Spezialist Dr. Bernd Schuster. Und so funktioniert es: Der Chirurg tastet sich mit einem Endoskop unter ständiger Röntgenkontrolle in das verschachtelte Gängelabyrinth der Nasennebenhöhlen vor. Über einen dünnen, weichen Katheter führt er einen zylinderförmigen, fünf Millimeter großen Ballon an die verengte Stelle. Dann pumpt er mit einer Hochdruckspritze ein Kontrastmittel in den Ballon, bis dieser einen Druck von acht bis zwölf Bar erreicht. Das sprengt kleine Knochenstege rund um den Engpass. Die blockierten Kanäle werden geweitet, das Nasensekret mit all seinen Viren und Bakterien fließt wieder ab. Vorteile: Die Nasenschleimhaut wird nicht verletzt. Dadurch ist das Risiko von Operationsnarben kleiner als bei herkömmlichen OPs. Auch die Schmerzen sind geringer. Und: „Auf einen mehrtägigen Klinikaufenthalt kann verzichtet werden“, sagt Schuster.

WIE GUT SIND DIE ERGEBNISSE?

Studien belegen, dass über 80 Prozent der blockierten Nebenhöhlen offen bleiben. Damit schneidet die Methode genauso gut ab wie eine klassische Operation mit einer endoskopischen Zange. Dabei kneift der Arzt vorsichtig Schleimhaut und Knochenstege ab, um die Abflüsse zu vergrößern.

GIBT ES AUCH NACHTEILE?

Es ist möglich, dass die Ballon-Sinuplastik nach einigen Jahren wiederholt werden muss. HNO-Chirurgen denken deshalb über eine Kombination von Ballon und Stents nach. Das sind kleine gitterförmige Stützen, die den Nebenhöhlengang dauerhaft weit halten. Ein zusätzlicher Nachteil sind die Materialkosten für den Ballon von etwa 2000 Euro, die von den gesetzlichen Kassen in der Regel bisher nicht übernommen werden.

WEITERE FORTSCHRITTE?

Ja, statt der schmerzhaften Nasentampons werden heute zunehmend Gels eingesetzt, um Blutungen etwa bei einer herkömmlichen Operation zu stillen. Das Gel wird nach einigen Tagen einfach ausgespült.

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Autor:
Dorothea Palte