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Eiskalt erwischt So schützen Sie sich vor der Sommergrippe

Ausgerechnet jetzt, wo draußen die Sonne scheint und man endlich die warmen Temperaturen genießen kann, hat die Sommergrippe Hochsaison. Die Nase läuft, der Hals kratzt, die Glieder schmerzen. Aber nicht bei Ihnen: So schützen Sie sich!
Frau ist erkältet
Im Allgemeinen erkrankt jeder Mensch hierzulande ein- bis zweimal im Jahr an einer Infektion der oberen Luftwege. Im Sommer muss dies aber nicht zwangsläufig passieren: Die Sommergrippe gilt zu 90 Prozent als hausgemacht. Aber wer kann es uns Sonnenhungrigen nach einem langen Winter verdenken? Der Sommer verführt nun mal zu leichter Kleidung, eisgekühlten Getränken und dem Aufdrehen der Klimaanlage im Auto.

3-Hygiene-Tipps

  • Regelmäßiges Händewaschen, z. B. nach dem Anfassen von Türklinken, Treppengeländern, Aufzug-/Lichtschaltern, Geldautomaten
  • Händeschütteln vermeiden
  • Erkrankten aus dem Weg gehen und Menschenansammlungen meiden
 

Tee trinken statt abwarten

Prof. Löscher, Direktor der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, rät, Unterkühlung in allen Lebenslagen zu vermeiden, wenig Zeit in nassen Badesachen zu verbringen und verschwitzte Kleidung – wie zum Beispiel nach der Sightseeingtour bei 40 Grad oder nach dem Tennismatch in der Mittagshitze – am besten gleich zu wechseln. Der Schweiß bildet einen dünnen Feuchtigkeitsfilm auf der Haut, durch den der Körper schneller auskühlt. Schal und Pullover helfen gegen zu kalt eingestellte Klimaanlagen, vor allem im Flieger. Warme Getränke wirken einem Auskühlen des Magen-Darm-Traktes und damit einer erhöhten Empfindlichkeit für Magen-Darm-Erkrankungen im Urlaub entgegen. In südlichen Ländern wie zum Beispiel in der Türkei oder in Marokko trinken die Menschen gerade bei größter Hitze heiße Getränke – würzigen Ceylontee oder köstlichen Tee aus marokkanischer Minze, mit reichlich Zucker. Eine kluge Tradition, denn heißer Tee gibt dem Körper das Signal, die Wärmeproduktion zu reduzieren und die Wärme im Magen-Darm-Trakt kühlend auszugleichen.
 

Speichern Sie Energie

Versuchen Sie vor allem in der Urlaubsvorbereitungszeit, mit Ihren Kraftreserven zu haushalten. Den Stresspegel zu senken, ist der beste Schutzschild gegen jede Art von Grippe. Schieben Sie den Einkauf des Badeanzugs und der Sonnencreme oder die Frage, wo Sie Ihr Haustier dieses Mal unterbringen, nicht bis zur letzten Minute auf. Auch der Schreibtisch muss vor dem Abflug ins Ferienparadies nicht unbedingt blitzeblank glänzen, als hätten sie vor, aus dem Urlaub nicht mehr zurückzukehren. Ihr Immunsystem unterstützen Sie durch regelmäßigen Sport, Bewegung an der frischen Luft und eine Vitamin-C-reiche Ernährung, zum Beispiel mit Äpfeln, Kiwis, Grapefruits und Paprika. Der Ayurvedaexperte und Arzt Dr. Ulrich Bauhofer aus München empfiehlt zum Stärken des Immunsystems neben ausreichend Schlaf ganzjährig jeden Morgen den Genuss von Zitronenwasser: heißes Wasser nach kurzem Aufkochen auf etwa 40 Grad abkühlen lassen, dann den Saft einer halben Zitrone und einen Teelöffel Honig hineinrühren. Auch auf Ingwertee schwört er: fünf Scheiben Ingwerwurzel in einem Liter Wasser fünf Minuten kochen und als Tee über den Tag verteilt trinken.
 
Die Einnahme von Zink (zum Beispiel „Zinkorot 25“) kann ebenfalls nützen, denn Zinkmangel erhöht die Infektionsanfälligkeit. Da eine längerfristige Einnahme aber wiederum zu einem Kupfermangel führen und Beschwerden im Magen-Darm-Bereich verursachen kann, klären Sie bitte die Selbstmedikation vorher mit Ihrem Arzt ab. So gestärkt, kann eigentlich kaum noch etwas schiefgehen.
 

Ist eine Impfung ratsam?

Auch diejenigen, die bereits ihren letzten Sommerurlaub im Hotelbett verbringen mussten, erwischt es möglicherweise erneut. Denn Sommerviren unterscheiden sich nicht nur von Region zu Region. Prof. Löscher erklärt: „Wenn wir uns in einem Sommer mit einem bestimmten Virus infiziert haben, schützt das leider nicht vor einer erneuten Ansteckung im Folgejahr. Die Viren sind sehr raffiniert und variabel, sie wechseln ihre genetische Information und können als veränderte Krankheitserreger wieder loslegen. Darum lässt sich nicht vorhersagen, wie viele Menschen in diesem Sommer erkranken werden.“ Erwischt es Sie regelmäßig, sprechen Sie bei Gelegenheit mit Ihrem

Wer sollte sich impfen lassen?

Zur Risikogruppe für eine Grippe zählen:

  • Schwangere
  • Senioren
  • Kinder
  • Mitarbeiter in Krankenhäuser, Pflegeheimen, Kindergärten
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Asthma
  • Allergiker
Hausarzt oder Internisten über eine Grippeschutzimpfung. Die schützt sechs bis zwölf Monate lang. Da in der Regel zwischen September und Oktober geimpft wird – also vor Beginn der Erkältungszeit im Herbst –, deckt sie naturgemäß den Sommer im darauffolgenden Jahr mit ab. Gleichzeitig regt die Impfung auch die körpereigene Immunabwehr an. Allerdings schützt sie nur gegen Grippeerreger, nicht gegen die Verursacher von einfachen Erkältungskrankheiten. Dennoch empfiehlt das Robert Koch-Institut (Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Erkrankungen in Berlin) die jährliche Grippeschutzimpfung besonders für Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören.


Autor:
Dr. Suzann Kirchner-Brouns