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Erkältung Das Phänomen "Sommergrippe"

Nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer können uns Erkältungsviren das Leben schwer machen. Wir verraten, was hinter dem Phänomen der Sommergrippe steckt und welche Personen besonders gefährdet sind.
Niesende Frau

Bei der „Sommergrippe“ handelt es sich nicht um die „echte“ Grippe (Influenza), sondern um den leichter verlaufenden grippalen Infekt. Während wir uns bei einer Influenza von einer Sekunde auf die nächsten schwer krank fühlen, beginnt der grippale Infekt oft mit leichten Halsschmerzen oder Schnupfen. Doch auch Fieber, Schüttelfrost, Glieder-, Kopf- und Ohrenschmerzen können folgen – bis wir uns schließlich völlig abgeschlagen und matt ins Bett legen, während draußen alle fröhlich an ihrem Eis schlecken. 

Die Erreger der Sommergrippe sind jetzt wieder unterwegs. Obwohl sie fast die gleichen Symptome wie die Keime eines normalen grippalen Infekts verursachen, haben sie mit ihnen nichts gemeinsam. „Ihre Verursacher sind nämlich meist Enteroviren wie der Coxsackie-Virus“, erklärt Privatdozent Dr. Eckard Schreier, Leiter des Fachgebiets Molekulare Epidemiologie viraler Erreger vom Robert-Koch-Institut in Berlin. Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen ihre Ausbreitung, aber auch der intensivere Kontakt der Menschen untereinander in Schwimmbädern oder im Urlaubsflieger. 

 

Die Ansteckung erfolgt meist über Augen und Ohren

Übertragen werden die Sommergrippe-Viren durch Tröpfcheninfektion. Die lästigen Störenfriede werden per Tröpfcheninfektion mit bis zu 900 Stundenkilometern von Mensch zu Mensch weitergehustet oder schweben Stunden als Mikroperlen in der Luft. Erhöhte Ansteckungsgefahr besteht immer dort, wo besonders viele Menschen zusammenkommen: Freibäder, Grillpartys, Open-Air-Konzerte. Und natürlich reichert auch der prustende und schniefende Vorder- oder Hintermann im Urlaubsflieger nach Mallorca die Luft mit Erregern an. Außerdem verbreiten sich Enteroviren vermehrt von den Händen in die Augenschleimhaut. Oder von den Fingern in den feuchten Gehörgang. Also, sooft es geht, Hände waschen.

Menschenansammlungen zu meiden würde uns schützen. Da wir uns aber wohl kaum alles verkneifen wollen, was Spaß macht, rät Thomas Löscher, Direktor der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München: „Halten Sie sich von Leuten fern, die niesen oder husten. Diejenigen, die erkrankt sind, sollten so klug sein, sich ihrerseits zurückzuhalten, um andere nicht anzustecken.“ Gerade in den ersten Tage der Infektion ist die Ansteckungsgefahr hoch, deswegen sollte man lieber das Bett hüten. Im Flugzeug kann ein Tuch, wie ein Mundschutz vor Nase und Mund gehalten, als kleiner Abwehrschild dienen. Weil das Virus auch durch direkten Kontakt übertragen wird (Händeschütteln, Treppengeländer, Türklinken), reduziert häufiges Händewaschen die Ansteckungsgefahr. Generell spielt auch die Veranlagung eine große Rolle im Kampf gegen die Ansteckung, das heißt: die Widerstandsfähigkeit des eigenen Immunsystems. Und um das steht es im Sommer leider nicht immer zum Besten.

 

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Autor:
Dorothea Palte