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Darmgesundheit Magen-Darm-Grippe

Jedes Jahr erkranken fast 1 Mio. Menschen allein in Deutschland an der Magen-Darm-Grippe. Da eine Ansteckung jederzeit und überall möglich ist, ist es nicht ganz leicht, sich effektiv davor zu schützen. Wir verraten Ihnen aber ein paar Tricks, die das Risiko einer Ansteckung senken können und verraten Ihnen, welche Mittel effektiv gegen die Symptome einer Magen-Darm-Grippe helfen.
Frau mit gesundem Bauch

So kommt es zur Magen-Darm-Grippe

Leichte Diät nach dem Durchfall
Wenn Sie sich im Anschluss an das Akutgeschehen zwei, drei Tage ohne Milchprodukte, Fett und Fleisch ernähren, werden Sie schnell wieder gesund. Versprochen.
• Keine fetten Speisen, Süßigkeiten, Kuchen, unverdünnte Fruchtsäfte
• Suppen (Gemüsebrühe, Hühnersuppe, keine mit Sahne angedickten Suppen)
• kaliumhaltiges Obst wie Bananen und Aprikosen
• Chips und Salzstangen gleichen Salzverlust aus
• der Klassiker: Zwieback
Er ist groß. Er ist klug. Und obendrein stark: 70 Prozent der körpereigenen Abwehrzellen befinden sich im Darmtrakt, dem Zentrum unseres Immunsystems. Eigenständig reagiert das größte Organ im Körper, nimmt wahr und lernt. Das schützt den Darm normalerweise vor Erregern. Außerdem hat er ziemlich viele Freunde: 500 verschiedene Bakterienarten, alles in allem Billionen Bakterien, tummeln sich dort und unterstützen die Verdauung. Trotzdem können gerade im Sommer hitzeaffine, zumeist artfremde Bakterien und Viren in Lebensmitteln und aus dem Wasserhahn in südlichen Urlaubsländern das Darmgefüge durcheinanderbringen. Was im Fachjargon als Gastroenteritis und umgangssprachlich als Magen-Darm-Grippe bezeichnet wird, ist eine durch die Erreger verursachte Entzündung der Magen-Darm-Schleimhäute. Meistens betrifft sie überwiegend den Dünndarm. Je nachdem, in welche Schleimhautschichten die Erreger vordringen, sind die Durchfälle wässrig oder sogar blutig. 
 

Diese Bakterien und Viren können uns den Sommer vermiesen

 
Die Top-5-Erreger heißen Campylobacter (die „Grill- und Picknickvergifter“), Rotaviren (die „Wasservergifter“), Shigellen (die „Kindertagesstättenerreger“), Salmonellen (die „Fleischvergifter“) und Colibakterien (die „Zwei-Gesichter-Bakterien“). Letztere werden so genannt, weil sie natürlicherweise in der menschlichen Darmflora vorkommen und sich dort unter anderem an der Produktion von Vitamin K beteiligen. Durch verunreinigte Nahrungsmittel (Tierkot) und kontaminiertes Trinkwasser können sie jedoch schwere Magen-Darm-Vergiftungen hervorrufen. Die ebenfalls sehr unangenehme Salmonelleninfektion tritt oft nach dem Verzehr von infizierten Eiern, Milchprodukten und vor allem Geflügel auf.
 

Koch es, schäl es oder vergiss es

 

Wenn wir im Urlaub mit Vorsicht genießen, bleibt uns „Montezumas Rache“ erspart.

Durch und durch: Jetzt sicher Grillen

Grillfleisch gut durchbraten. Vor allem Hühner- und Putenfleisch nicht medium oder medium rare essen! Für großes Grillgut ein Fleischthermometer verwenden. Druckprobe: Gibt das Fleisch nicht nach, ist es durch. Schneidebretter, auf denen Fleisch zubereitet wurde, mit Essig abwaschen. Spülmittel und heißes Wasser reichen meist nicht aus, um die Erreger abzutöten

Cook it, peel it or forget it“ – die alte Camperweisheit rettet uns bei allen Reisen in ferne Länder. Um sich im Sommer gegen einen Magen-Darm-Infekt zu wappnen, ist das A und O: nur geschältes Obst essen und am besten ausschließlich gekochtes oder gegartes Gemüse, in südlichen Gefilden ebenso wie bei hohen Temperaturen hierzulande. Wenn Sie Lust auf Salat und Rohkost haben, sollten Sie die Zutaten gründlich waschen und anschließend abtrocknen. Auf Speisen mit Mayonnaise (Vorsicht vor allem bei fertig zu kaufenden Sandwiches) verzichten wir lieber, falls sie mit rohen Eiern angerührt wurde. Schade auch um Tiramisu und Speiseeis: Die müssen wir uns aus dem gleichen Grund verkneifen. Und roher Fisch (Sushi) und rohes Fleisch (Carpaccio) sind bei flirrenden 35 Grad nur mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Bei Hitze sehnen wir uns nach einer kühlen Limonade oder einem erfrischen- den Cocktail. Doch das Trinkwasser, aus denen die Eiswürfel hergestellt werden, ist in südlichen Ländern selten bakterienfrei. Also weg damit und etwas aus gekühlten Flaschen trinken. Auch zum Zähneputzen nur Wasser aus gekauften, verschlossenen Flaschen benutzen. Ein pflanzliches Mittel gegen alle Übelkeitsanfälle, nicht nur auf Reisen, ist zum Beispiel „Iberogast“. Wenn Sie all das beherzigen und dann noch darauf achten, sich einmal mehr als sonst die Hände zu waschen, sind Sie gegen „Montezumas Rache“ tatsächlich gefeit.

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Autor:
Dr Suzann Kirchner-Brouns