Das Siegel fürs gute Gefühl


Das Siegel fürs gute Gefühl

Deshalb muss die Schuppenstruktur der Wollfaser verändert werden. Sie wird entweder abgeschält oder mit Harzen zugeklebt. Das hat sogar einen weiteren positiven Effekt: Die Bildung unansehnlicher Knötchen – „Pilling“ genannt – kann so verhindert werden. Für das Abschälen werden häufig abwasserbelastende chlorhaltige Chemikalien verwendet. Aber es gibt auch eine alternative Methode: Enzyme. Sie sind für die Behandlung ökologischer Wollen erlaubt – allerdings nur, wenn die Enzyme ohne Gentechnik hergestellt sind. Das Verkleben mit Harzen hingegen ist bei Bio-Wollen nicht zulässig. Auf das Etikett kommt’s an Für Wolle gibt es viele Qualitätssiegel. Doch für Bio-Wolle ist eigentlich nur eines bedeutsam. Es wird vom Internationalen Textilverband Naturtextilien e. V. mit Sitz in Stuttgart vergeben.

Das blaue IVN-Siegel für Naturtextilien ist zum Markenzeichen „grüner“ Wollwaren geworden. Dabei wird die Herstellung vom Schaf bis zum fertigen Pulli verfolgt und auf eine durchgängig umweltfreundliche Bearbeitung geachtet. Das macht Bio- Wolle so teuer. Denn die aufwändige Überwachung und Zertifizierung (und weniger die Grundkosten für die biologische Wolle) schlagen sich auf den Preis nieder. Dennoch: Wer mit gutem Gefühl reine Wolle kaufen möchte, sollte auf das IVN-Siegel achten. Und wer Lust am Stricken hat, kann sich auch auf den „Global Organic Textile Standard“ (G.O.T.S.) verlassen. Er ist ein Qualitätslabel für Fasern und richtet sich ebenfalls nach strengen ökologischen Richtlinien. Alle anderen Auszeichnungen, die „Bio“ oder „Öko“ ausloben, sind in der Grauzone. Denn oft handelt es sich nur um ein Marketing- Versprechen – und es bleibt offen, wie viel „Bio“ sich tatsächlich in den Produkten verbirgt.

 


Schlagwörter: bio, mode, oekologisch
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© Sabine Anton-Katzenbach
Quelle: Vital, Ausgabe 01/2009