Seite 4 aus dem Artikel: Nordic Walking gegen Krebs
Interview "Sport ist Medizin"

Interview "Sport ist Medizin"

„Sport ist Medizin“

Dr. Anke Kleine-Tebbe, Leiterin Brustzentrum DRK Kliniken, Berlin-Köpenick

VITAL: Welchen Effekt hat Ausdauersport für Frauen mit Brustkrebs?

DR. KLEINE-TEBBE: Gerade beim häufigsten hormonempfindlichen Brustkrebs ist der positive Effekt auf die Regulation von Blutzucker-, Insulinspiegel und Östrogengehalt zurückzuführen. Deshalb empfehle ich ihn meinen Patientinnen auch wie ein zusätzliches Krebsmedikament.

VITAL: Profitiert auch die Psyche?

DR. KLEIN-TEBBE: Auf jeden Fall. Die Patientinnen bekommen mehr Selbstwertgefühl, haben weniger Ängste, seltener Depressionen, können besser schlafen. Ihre Körperwahrnehmung wird geschult, sie sind sozial aufgeschlossener, ziehen sich nicht resigniert und ängstlich in ihre Krankheit zurück.

VITAL: Kann z.B. Walking auch Brustkrebs verhindern?

DR. KLEIN-TEBBE: Die deutsche MARIE-Studie – also die Mammakarzinom-Risikofaktoren- Erhebung – belegt: Durch Ausdauersport kann das Risiko, an einem östrogenabhängigen Brustkrebs zu erkranken, um bis zu 29 Prozent reduziert werden. Besonders bei Frauen nach den Wechseljahren.

VITAL: Wie sieht das ideale Training aus?

DR. KLEIN-TEBBE: Bei Therapie und Prävention gilt: 5-mal pro Woche 30 Minuten walken, joggen oder Fahrrad fahren. Besser noch 45 bis 60 Minuten, kombiniert mit Krafttraining. 


Schlagwörter: heilen, krebs, sport
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Quelle: Vital, Ausgabe 09/2009

Autor: Susanne Schütte