Tipps
GUT ANKOMMEN
Beim Packen fängt’s schon an. Je weniger Sie mitschleppen, umso geringer ist der Treibstoffverbrauch von Auto und Flugzeug. Eine Faustregel besagt, dass es besser ist, Kurzstreckenflüge zu vermeiden. Wählen Sie stattdessen Bus und Bahn. Ab 700 km sollten Sie mindestens acht Tage vor Ort bleiben, ab 2000 km mindestens 15 Tage. So stehen Entfernung zum Reiseziel und Aufenthaltsdauer in einem vertretbaren Verhältnis. Zwischenlandungen verlängern unnötig die Reisezeit und sorgen zusätzlich für einen höheren CO2-Verbrauch. Buchen Sie, wenn möglich, lieber Direktflüge. „Ausgleichen“ lässt sich der CO2-Ausstoß mit einer finanziellen Unterstützung zertifizierter Klimaschutzprojekte. Zum Beispiel bei atmosfair.de oder myclimate.org. Öffentliche Verkehrsmittel vor Ort machen nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten mehr Sinn. Sie lernen so auch Land und Leute viel besser kennen. Mietwagen gibt es auch umweltschonender. Fragen Sie z.B. nach einem Hybridauto. Kreuzfahrtschiffe produzieren übrigens doppelt soviel CO2 wie Flugzeuge.
AUSFLÜGE
Auch Abenteuer können ökologisch sein: Auf Jet-Ski, Off-Road-Touren mit dem Geländewagen oder Motorbootausflügen quer durch die Kinderstube sämtlicher Wasservögel muss allerdings verzichtet werden. Statt lärmend, Energie und Wasser zu verbrauchen, ist Ruhe und Rücksicht gefragt. Dabei kann die Natur hautnah beim Klettern, Paragliden, Paddeln oder Mountainbiken erlebt werden. Und wer Lust auf Shoppen hat, sollte keine Souvenirs kaufen, deren Materialien nicht zugeordnet werden können – und die eventuell aus bedrohten Tier- und Pflanzenarten gemacht sind. Besser: einheimische Läden mit regionaler Handwerkskunst.
DER SCHLAF DER NACHHALTIGEN
Woran Sie eine ökologische Unterkunft erkennen können? Im Idealfall besteht sie aus natürlichen Baustoffen der Umgebung und ist in die Natur integriert. Eine offene, luftige Bauweise erspart den Einsatz einer stromfressenden Klimaanlage. Fällt genügend Tageslicht hinein, muss die ökostrombetriebene Sparbirne wirklich erst bei Dunkelheit zum Einsatz kommen. Auf dem Dach wachsen Küchenkräuter. Statt täglich ein neues Stück Seife gibt es im Bad Seifenspender und zum Putzen werden biologisch abbaubare Reinigungsmittel verwendet. „Ein international gültiges Siegel für nachhaltigen Tourismus gibt es noch nicht“, sagt Petra Böllig, Tourismusreferentin beim WWF. „Löchern Sie den Veranstalter, so gut es geht: Wird der Müll getrennt? Wurden Naturmaterialien eingesetzt? Oder wenden Sie sich am besten gleich an einen Anbieter, der nachhaltige Reisen durchführt.” Tolle Angebote gibt’s zum Beispiel bei Lotus, lotus-travel.com, Tel. 0 89/20 20 89 90, oder Forum Anders Reisen, forumandersreisen.de, Tel. 07 61/40 12 69 90.
ESSEN FÜR DIE UMWELT
Verpflegung mit gutem Gewissen: Wussten Sie, dass der „ökologische Fußabdruck“ einer gekochten Kartoffel mehr davon abhängt, ob der Topf beim Kochen zugedeckt ist, als wie und wo die Knolle angebaut wurde? Trotz allem haben regionale Speisen ganz klar Vorrang. Essen gehört schließlich zum Reiseerlebnis dazu. Inhabergeführte Restaurants bieten meist regionale Küche. Die unterstützt nicht nur die Landwirtschaft vor Ort, sondern hat auch kurze Transportwege. Am besten sind saisonale Lebensmittel aus biologischem Anbau. Das Gleiche gilt übrigens auch für Getränke: Probieren Sie doch mal Tee aus frischen Kräutern und Früchten, Öko- Weine aus der Umgebung oder auch heimisches Fassbier.
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Corinna Lücke, Christin Kröger
Quelle: Vital, Ausgabe 05/2009
















