VITAL Selbstmedikation
Heuschnupfen
"Autsch! Aber das krieg ich wieder hin." So denken viele und behandeln sich mit Hausmitteln und rezeptfreien Arzneien. Welche wirklich helfen und wann Sie besser den Arzt fragen, sagt diese Serie. Diesmal: Heuschnupfen
Mehr Licht, wärmere Temperaturen, erste Knospen an den Bäumen – wie schön! Aber jeder dritte Deutsche kann sich über diese Frühlings boten so gar nicht freuen, sondern fürchtet den gleichzeitig beginnenden Heuschnupfen-Horror mit Schniefnase, Nies attacken und tränenden Augen: Die Pollen, z. B. von Birke, Erle oder Haselnuss, machen das Immunsystem verrückt. Es reagiert auf die harmlosen Eiweiße wie auf gefährliche Erreger. Die Allergie wird vererbt, aber z. B. auch durch Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung verursacht. Nur lästig, aber nicht schlimm? Doch! Denn unbehandelt kann aus Heuschnupfen Asthma werden.
Die besten Hausmittel: Je 10 Tropfen Teebaum- und Pfefferminzöl und 5 EL Speiseöl mischen. Ins 38,5 Grad warme Vollbad geben, täglich 20 Minuten darin baden. Das befreit die Nase, stoppt Niesattacken. Dieser Tee bessert Entzündungen und Schwellungen der Schleimhäute: Je 20 g Faulbaumrinde, Odermenning, Pfefferminze, Schöllkraut und Melisse (alle Kräuter aus der Apotheke) mischen. 3-mal täglich 1 EL mit einer Tasse kochendem Wasser über - gießen, zugedeckt 5 Minuten ziehen lassen, abseihen und trinken.
Selbst behandeln – aber richtig: Abschwellende Nasentropfen niemals länger als eine Woche nehmen, sonst könnte sich ein Arznei-Schnupfen entwickeln. Im Gegensatz dazu Präparate, die das aufgebrachte Immunsystem „beruhigen“, während der gesamten Pollensaison einnehmen, prophylaktisch sechs bis acht Wochen vorher. Hilft die Selbstmedikation nicht binnen zehn Tagen, einen Arzt um Rat fragen. Wichtig: Nur selbst behandeln, wenn der Arzt eine Allergie und ihren Auslöser diagnostiziert hat!
So schützen Sie sich: Am effektivsten beugt eine Art Impfung mit den allergieauslösenden Pollen vor, die sogenannte Hyposensibilisierung. Gerade bei Heuschnupfen hat sich eine ganzjährige Immuntherapie über drei bis fünf Jahre bewährt. Dabei spritzt der Arzt in regelmäßigen Abständen kleine Mengen des Allergieauslösers unter die Haut. Das Abwehrsystem gewöhnt sich an ihn und spielt bei einem erneuten Kontakt nicht mehr verrückt – die Allergieschübe bleiben aus. Wer auf Graspollen allergisch reagiert, sollte vier Monate vor und während der Saison täglich Tabletten mit Wiesenlieschgras-Pollen einnehmen.

































