Stilfragen & Status
Seine Kleidung! Das Auto! Der Job! Wenn mein Mann doch nur mehr aus sich machen würde…
Könnte es sein, dass Ihr inneres Selbstwertgefühl sehr davon abhängt, ob Sie von außen Lob und Anerkennung bekommen? Bis zu einem gewissen Grad ist es normal, dass wir uns im Außen spiegeln und es unserem Selbstbewusstsein guttut, wenn andere Menschen uns bewundern. Wird dieser Narzissmus allerdings zu stark, kann er eine Beziehung ernsthaft gefährden. Der Partner wird so zu einem Statussymbol und soll mit seinem Erfolg, dem guten Aussehen oder dem schönen Auto dafür sorgen, dass Sie sich gut und wertvoll fühlen. Das kann und will kein Mensch leisten. Unzufriedenheit ist programmiert. Auch für die innere Verbindung zum Partner bleibt neben all den Äußerlichkeiten nur wenig Platz.
Ein erster Schritt: Es ist nicht leicht, sich einzugestehen, wie wichtig es für das eigene Selbstwertgefühl ist, dass der Partner perfekt ist. Manchmal muss man dabei dann auch feststellen, dass der eigene Selbstwert ganz schön klein ist und man sich deshalb ständig „schmücken“ muss, um sich besser zu fühlen. Widmen Sie sich diesem Gefühl mit Respekt und ohne Verachtung. Im zweiten Schritt können Sie vermutlich klarer sehen, was Ihnen an Ihrem Partner als Mensch und Gefährten wirklich wichtig ist, und was Ihnen vor allem etwas bedeutet, weil es Sie schmückt und Ihren Selbstwert erhöht. Statt Ihre Gedanken weiter auf Ihren Partner zu konzentrieren, sollten Sie sich fragen: Was hindert mich daran, mich zu akzeptieren, wie ich bin? Hat das heute noch Bedeutung? Oder fühlt sich eigentlich nur das kleine Kind, dass ich einmal war, nicht geliebt? Manchmal gelingt diese Detektivarbeit nur mit Hilfe eines Therapeuten.
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Carola Kleinschmidt
Quelle: Vital, Ausgabe 04/2009





