Seite 3 aus dem Artikel: Öko-Denim
Etikettenschwindel


Tatsächlich ist das Schleifen, Sandstrahlen oder Schmirgeln von Jeans ein knochenharter Job, bei dem Staub und Wärme schnell den Atem rauben können. Abzüge für Staub und Atemmasken für die Arbeiter sollten in Jeansfabriken ein unbedingtes Muss sein. Von fairen Löhnen gar nicht zu reden. Denn eine Ökojeans, die zwar ein Maximum an Ökologie, aber nur ein Minimum an Ethik bietet, ist eigentlich Etikettenschwindel.

Fusion ist deshalb das Stichwort der Zukunft. Die Macher des skandinavischen Premium-Labels Nudie zum Beispiel, die schon länger auf Bio setzen und ihre Käufer sogar bitten, die Hosen erst mal ein Jahr zu tragen, ohne sie zu waschen, damit sie ihren eigenen Charakter erhalten, packen jetzt auch das Thema Fairness an. Nudie ist jüngst der „Fair Wear Foundation“ beigetreten, deren Inspekteure der Branche sicherlich die strengsten Sozialstandards abverlangen. Aber brav sehen die Jeans deshalb nicht aus. Im Gegenteil. Glücklicherweise kann man schon jetzt – wie unsere Fotostrecke zeigt – stylishe Jeans in allen Variationen tragen und trotzdem Land und Leute schonen. Lassen sich auch die angesagten Jeans-Looks auf grün trimmen?


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© Kirsten Brodde
Quelle: Vital, Ausgabe 03/2010