Allergikerfreundliche Züchtungen
Allergie bei Tierhaaren

Immer mehr Züchter bieten „allergikerfreundliche“ Tiere an – ein falsches Versprechen. Fachleute raten dringend vom Kauf ab.
Frau mit Katze

Chance für Pferdeallergiker“, heißt es auf der Internetseite eines Züchters aus Nordrhein-Westfalen. Er preist Curly Horses an, Lockenpferde, die „eine harmonische Verbindung“ schaffen, so das gefühlsbetonte Verkaufsargument, und „nicht nur für Pferdeallergiker, die ihren Traum vom Reiten verwirklichen möchten“. Anderswo werden Portugiesische Wasserhunde oder Maine-Coon-Katzen annonciert, angeblich auch „allergikerfreundlich“. Die Züchter peilen eine riesige Zielgruppe an: Schließlich leidet jede zehnte Frau und jeder zwölfte Mann in Deutschland an einer Tierhaar-Allergie.

Ob lockig oder glatt, üppig oder keines: Es kommt nicht auf die Haare an

Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB), Fliethstraße 114, 41061 Mönchengladbach, Telefon 0 21 61/1 02 07, E-Mail: info@daab.de, www.daab.de


Viele von ihnen hätten sicher gern einen vierbeinigen Freund. Doch allzu große Hoffnungen sollten sie sich nicht machen. „Das ist alles sehr mit Vorsicht zu genießen“, sagt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Mönchengladbach. „Allergenarme Tiere gibt es leider nicht.“ Zwar berichteten Allergiker immer wieder, dass sie bei Kontakt mit bestimmten Rassen nicht reagierten. „Das heißt aber nicht, dass die sich für alle Betroffenen eignen“, warnt die Biologin. „Jedes Tier kann eine allergische Reaktion auslösen – ob es nun viele Haare verliert oder nicht.“


Schlagwörter: erkrankungen, therapie
Lesen Sie auch
Kommentare
Artikel weiterempfehlen
Zum Artikel

Quelle: VITAL, Ausgabe 04/2011