[Alt-Text]

Lebensmittelunverträglichkeit Laktoseintoleranz

Wird das Enzym Laktase nicht mehr ausreichend vom Körper produziert, dann kann der Darm Milchprodukte nicht mehr richtig verdauen. Die Folge sind heftige Beschwerden wie Krämpfe, Durchfall oder Verstopfungen.
Laktoseintoleranz

Menschen mit einer Laktoseintoleranz, auch Milchzucker-Unverträglichkeit genannt, vertragen keine Milchprodukte. Weil der Körper nicht in der Lage ist, den Milchzucker zu verdauen, leiden die Betroffenen nach dem Verzehr an heftigen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Sodbrennen, Durchfall oder Verstopfungen

Was ist Milchzucker? 

Milchzucker (Laktose) besteht aus den zwei Zuckermolekülen Glukose und Galaktose. Er ist in der Muttermilch und in der Milch von Säugetieren enthalten und ein wichtiger Energielieferant. Allerdings muss der Körper die Zuckermoleküle erst aufspalten, bevor sie im Darm verdaut werden können. Bei gesunden Menschen übernimmt diese Aufgabe ein Enzym in der Darmschleimhaut, die Laktase. 

Was ist eine Laktoseintoleranz? 

Bei Menschen, die an einer Laktoseintoleranz leiden, fehlt das Laktase-Enzym entweder komplett oder seine Aktivität ist eingeschränkt. Der Milchzucker gelangt unverdaut in den Dickdarm. Die Folge ist ein Gärungsprozess bei dem Methan, Wasserstoff und Kohlendioxid freigesetzt werden. Diese Gase blähen den Bauch auf, sorgen für starke Krämpfe und Blähungen. Die Stärke der Beschwerden ist allerdings sehr individuell und hängt davon ab, wie viel Rest-Laktase noch vom Körper gebildet wird und wie viel Milchzucker konsumiert wurde. Typischerweise treten die Symptome etwa 30 Minuten nach dem Verzehr auf und können bis zu zwei Stunden anhalten. 

Formen der Laktoseintoleranz 

Primäre Laktoseintoleranz: Der Mangel des Enzyms Laktase ist entwicklungsbedingt. Bei den meisten Menschen sinkt die Aktivität des Enzyms nach der Entwöhnung von der Muttermilch. Allerdings können auch bei 50 Prozent Aktivitätsverlust Milchprodukte noch beschwerdefrei konsumiert werden. Sinkt der Wert im Laufe des Lebens weiter, spricht man von einer primären Laktoseintoleranz. In Deutschland sind etwa 15 von 100 Menschen betroffen. In Süditalien sind es sogar 70 Prozent. 

Sekundäre Laktoseintoleranz: Eine Milchzucker-Unverträglichkeit kann auch vorübergehend auftreten. Ist die Dünndarmschleimhaut geschädigt, etwa als Folge einer Operation, einer Darmerkrankung oder einer Chemotherapie, kann das Enzym temporär nicht mehr produziert werden.  

Angeborene Laktoseintoleranz: Die schwerste Form der Milchzucker-Unverträglichkeit kommt nur sehr selten bei Säuglingen vor. Schuld daran ist ein genetischer Defekt, der die Produktion von Laktase schon nach der Geburt verhindert. 

Wie diagnostiziert man eine Laktoseintoleranz? 

Eine Laktoseintoleranz kann der Arzt relativ einfach feststellen. Zum Beispiel mit einem Wasserstoff-Atemtest. Der Patient muss dabei nach einer zwölfstündigen Nahrungspause aufgelösten Milchzucker trinken und anschließend in ein Testgerät pusten. Ist Wasserstoff in der Atemluft nachweisbar, dann lässt das darauf schließen, dass Bakterien den Milchzucker zersetzen und nicht das körpereigene Laktase-Enzym. Eine weitere Möglichkeit, eine Laktoseintoleranz zu testen ist der Verzicht auf laktosehaltige Lebensmittel. Lassen die Beschwerden in dieser Zeit nach, dann liegt ziemlich sicher eine Unverträglichkeit vor. 

Wie behandelt man eine Laktoseintoleranz? 

Handelt es sich um eine primäre Laktoseintoleranz, dann kann man die Unverträglichkeit nicht heilen. Eine Ernährungsumstellung ist die einzige Möglichkeit zur Linderung der Beschwerden. Wer nicht gänzlich auf Milchprodukte verzichten möchte, kann auf laktosefreie Produkte ausweichen. Älterer Käse enthält beispielsweise nur sehr wenig oder gar keine Laktose.