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Bio-Special Lebensmittelallergie

Die einen vertragen kein Obst, die anderen keine Fische oder Milchprodukte: Wer an einer Lebensmittelallergie leidet, hat oft obendrein ein Problem mit Pollen.

Lebensmittelallergien

Die Nase trieft, die Haut juckt, die Augen tränen. Drückt dann noch der Magen oder tritt Übelkeit auf, sollten Sie diese Beschwerden ernst nehmen. Möglicherweise sind dies Symptome für eine Unverträglichkeit oder sogar Allergie gegen bestimmte Lebensmittel. Immerhin 35 Prozent der Deutschen glauben, an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden. Tatsächlich sind es nur 2,6 Prozent und etwa 1 Prozent, die eine Lebensmittelunverträglichkeit haben. Wer sich betroffen fühlt, gehört dennoch in die Hände eines erfahrenen Allergologen, denn die Diagnose der Krankheiten ist schwierig. Dr. Jörg Kleine-Tebbe vom Berliner Allergie- und Asthma-Zentrum Westend: „Ich rate zu einer Kombination aus Anamnese, Haut- und Bluttests, bei denen die so genannten IgE-Antikörper bestimmt werden. Leider zirkulieren zur Zeit auch viele andere teure und untaugliche Diagnoseverfahren.“ Wird eine Lebensmittelallergie festgestellt, sollte das positiv getestete Nahrungsmittel vom Speiseplan gestrichen werden.

Bei frischen Produkten kein Problem – ansonsten heißt es: Inhaltsstoffe beachten.

Diese 12 sind kennzeichnungspflichtig:
  • Schalenfrüchte
  • Erdnüsse
  • Sesamsamen
  • Fisch
  • Krebstiere
  • glutenhaltiges Getreide 
  • Eier
  • Soja
  • Milch (einschließlich Laktose)
  • Sellerie
  • Senf
  • Schwefeldioxid und Sulfite (ab 10 mg pro kg od. l)
Hier soll die seit November 2005 geltende Deklarationspflicht der 12 häufigsten Allergien auslösenden Lebensmittel helfen. Sie gilt allerdings nicht für kleine Verpackungen wie Portionsschachteln für das Hotelgewerbe, für unverpackte Lebensmittel, z. B. an der Wursttheke, und für Speisen aus der Gastronomie. Auch das neue Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung in Berlin „ECARF“ greift hier nicht. Bei Lebensmitteln mit diesem Siegel müssen allerdings deutlich mehr Zutaten deklariert werden. So nützt es vor allem Menschen, die allergisch auf Gewürze, Gemüse und Obst reagieren und an einer pollenassoziierten Kreuzallergie leiden. Dr. Kleine-Tebbe: „Trotzdem empfehle ich Lebensmittelallergikern bei besonderer Gefährdung, immer ein Notfallset mit einer Adrenalinspritze zur Selbstinjektion dabei zu haben. Denn oft reichen schon Spuren eines Lebensmittels aus, um heftige Reaktionen im Körper eines Betroffenen auszulösen.“ Hier die drei am häufigsten auftretenden Lebensmittelallergien bei Erwachsenen:

 

1. Kreuzallergien

Von Kreuzallergien spricht man, wenn der Patient auf mehrere Stoffe reagiert. Manche Lebensmittel enthalten Allergene, die denen von früh blühenden Bäumen, Beifuß, Gräsern und Getreiden ähneln. Bei vorhandener Pollenallergie kann so zusätzlich eine Nahrungsmittelallergie entstehen.
Die häufigste Kreuzallergie: Birkenpollen mit Kern- und Steinobst, Karotten, Sellerie, Nüssen und unbehandelten Soja-Produkten.
Häufigste Symptome: Kratzen im Hals, Juckreiz am Gaumen, Anschwellen der Zunge (orales Allergie-Syndrom).
Therapie: Pollendesensibilisierung – hilft jedoch nur bei etwa der Hälfte der Betroffenen.

Tipps für Allergiker

  • Meist machen Lebensmittel nur im rohen Zustand Probleme. Als Kompott, Saft, Gelee oder im Kuchen sind sie oft verträglich.
  • Für Apfel-Allergiker: Probieren Sie allergenarme Sorten wie „Boskop“, „Gloster“ oder „Jamba“.

 

2. Nüsse, Erdnüsse und Samen

Schalenfrüchte spielen eine wichtige Rolle als versteckte Allergene. Sie sind vor allem in Gebäck und Süßspeisen enthalten. Besonders Erdnüsse können schon in geringen Mengen zu heftigen Reaktionen führen.
Häufigste Symptome: Juckreiz, Hautausschläge, Gesichtsschwellungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Atemnot oder Kreislaufkollaps.
Therapie: Ausschluss-Diät: Vermeiden Sie das betreffende Lebensmittel.

Tipp für Allergiker

  • Das Allergie-Siegel
    Allergie-Siegel

    Das Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung „ECARF“ zertifiziert Lebensmittel, auf denen diese Zutaten angegeben sind: Gewürze: Anis, Kümmel, Kamille, Koriander, Zimt, Pfeffer.
    Nachtschattengewächse und Gemüse: Paprika, Tomate, Chili, Karotte.
    Obst:
    Melone, Kiwi, Mango, Banane, Apfel, Birne, Kirsche, Pfirsich, Litschi, Zwetschge, Nektarine, Aprikose.
    Andere: Carrageen, Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl, Mohn, Lupine, Perubalsam, Hirse, Buchweizen.

    Wer auf Nüsse oder Samen mit körperlichen Beschwerden reagiert, für den ist die genaue Interpretation der Deklarationen extrem wichtig. Hinter „Marzipanrohmasse“ verstecken sich z. B. Mandeln, hinter „Nougatmasse“ Mandeln oder Nüsse. Achten Sie auf den Hinweis „Kann Spuren von ... enthalten“.

 

3. Fisch und Meeresfrüchte

Wer hochallergisch auf Fische reagiert, sollte sich bereits vor Fischgeruch in Acht nehmen: Im Dampf von gekochtem Lachs sind Allergene nachgewiesen worden.
Häufigste Symptome: Juckreiz, Hautausschläge, Gesichtsschwellungen, Übelkeit, Durchfälle, Erbrechen, Atemnot oder Kollaps.
Therapie: Ausschluss-Diät: Das Lebensmittel sollte nicht verzehrt werden.

Tipps für Allergiker

  • Fischöl kann zur Herstellung von Margarine verwendet werden. Nehmen Sie dann besser Butter.
  • Achten Sie auf die Deklaration „Surimi“: Dieses Fischeiweißprodukt kann sich z. B. in Pizza verstecken.
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